Vereinschronik

1650 ist also das Jahr, wo wir definitiv sagen können, hier bestand schon die Eilendorfer Schützenbruderschaft. In diese Zeit fällt so manche Neugründung von Schützengilden der hiesigen Umgebung, was auch die Eilendorfer Schützengilde bewogen hatte, eine Erneuerung ihrer Gilde durchzuführen.

Ob der Erneuerung eine Zeit des Niedergangs voran gegangen ist, kann nicht gesagt werden, doch ist man versucht, dies anzunehmen, weil die unruhige Zeit des dreißigjährigen Krieges, worunter auch unsere Gegend viel zu leiden hatte, der Schützengilde mehr hindernd  als fördernd war. Als im Jahre 1678 der französische Marschall Luxemburg Eilendorf brandschatzte, flohen die Eilendorfer in die nahen Wälder. Das Schießspiel der Schützen mußte nicht allein wegen der auferlegten Krieglasten unterbleiben. Die Schützen wurden anderweitig eingesetzt. Erst 1687 finden sind die Eilendorfer Schützen wieder beim Vogelschuß.

Wann aber nun das Schießen vor 1687 aufgenommen worden ist, kann nicht mehr nachgewiesen werden. Doch das Abhaltungen von Schießübungen ist um so wahrscheinlicher, weil die Franzosen während der 1680er Jahre in die Gebiete von Trier, Koblenz, Mainz und Heidelberg, also nicht in unsere Gegend, einfielen.

Wie in Aldenhoven von 1692 bis einschließlich 1696 nicht geschossen wurde, so wird es infolge oben geschilderter Vorkommnisse auch in Eilendorf gewesen sein, denn der Halbmond der Schützenkette meldet erst 1689 Wilhelmus Fincken und 1701 Joannes Kuck als Schützenkönig.

Wiederum sehen wir den Anfang des 18. Jahrhunderts im Zeichen der Kriegsunruhen, diesmal war es der spanische Erbfolgestreit, der das Schießspiel bis 1706 ruhen ließ. Erst 1706 wird Matthias Kaussen und 1710 Matthias Olberx (Olbertz) Schützenkönig der Gilde. Die Lücken zwischen 1711, wo Hubert Keusch und 1715 Peter Weisgen (Wisgens) die Königswürde errang, sind wohl im Abhandenkommen der Königsschilder zu erklären. Es ist so gut wie ausgeschlossen, daß die Schützen in den Jahren 1712, 1714 und 1716 bis 1725 die Schießübungen nicht durchführten. Im Jahre 1713 stiftete ein Mitglied der Abtei Kornelimünster ein Schild zur Schützenkette. Es sagt zwar nicht aus, ob es ein Königsschild war, wohl aber gab es den Anschein, als ob der Vogelschuß in diesem Jahr nicht geruht hat. Erst 1726 zeigt uns das Königsschild des Joannes Krop (Kropp) wieder das ein Vogelschuß stattgefunden hat.

Ein besonderes Andenken geben uns die Zeichnungen der Königsschilder von 1750 und 1756. In diesen Jahren war, der Ur-Ur-Großvater unseres ehemaligen 2. Brudermeisters Leo Lauter, Joannes Heinderich Lauter, König. Die Besonderheit dieser Königsplakette ist die Eingravur, nämlich dass im Jahre 1756 ein schreckliches Erdbeben die Eilendorfer Bevölkerung und ihre Umgebung heimgesucht hat. So reihten sich mit einigen Lücken Königsplaketten an Königsplakette. Leider sind heute nur noch ganz wenige vorhanden. Die letzte Plakette erhielten wir im Jahre 1988 von den Bürgerschützen Kornelimünster zurück. Es war die Königsplakette von 1710, Matthias Oberx, König Anno 1710. Die Schützenbrüder aus Kornelimünster hielten diese Plakette lange in ihrem Fundus und konnten sie nicht zuordnen. Erst bei der Organisation zu einem ihrer Jubelfeste, haben sie im Stadtarchiv zu Aachen, eben in dieser zuvor erwähnten Festschrift unserer Bruderschaft von 1911, eine Abbildung dieser Plakette gefunden.

Die französische Revolution brachte dann noch einmal einen Stillstand in die Bemühungen der Eilendorfer Schützen das Schützenbrauchtum zu pflegen.

Erst 1802, nachdem schon zwei Jahre vorher Verhandlungen zur Aufnahme der Schießübungen im Geheimen verfolgt wurden, kamen einige alte Schützen zusammen um aus den Trümmern der alten Gilde, Wiederaufbau zu leisten.

Dies geschah aber nicht in der Form einer Neugründung, denn es existieren, wie bei Erneuerungen oder Neugründungen üblich, keine neuen Statuten. Die Franzosen mochten nun eingesehen haben, daß sich der Deutsche, wenn auch gezwungen, dann doch ruhig der neu geschaffenen Ordnung anzupassen verstand. 1803 wurde dann wieder ein regelmäßiges Schießen auf den Königsvogel eingeführt. Mathieu Olbertz wurde als erster in der französischen Zeit König.

Eine lange Zeit der Ruhe war den unruhigen Zeiten gefolgt. Ende Juni 1830 kam jäh die Nachricht aus Paris, daß die Revolution ein Ende gefunden hat. Noch am 30 Juni 1830 brach in Aachen ein Aufstand aus. Während dieser Unruhen stand ein Teil der Eilendorfer Schützen sowie Einwohner Eilendorfs bis zum folgenden Morgen unter Waffen, fest entschlossen, nötigenfalls die öffentliche Ruhe und Gesetzesordnung wiederherzustellen. Ob die Schützen-Gesellschaft, nachdem wieder ruhigere Zeiten angebrochen waren, einen Antrag bei den Oberbehörden auf Wiederbestätigung ihrer Privilegien und Rückgabe der Renten stellte, läßt sich aus dem vorhandenen Protokollbuch, angefangen am 31. Mai 1841 nicht beweisen.

Mit einem Eintrag von 1844, wird auf die Einnahme von 15 Silbergroschen an Zinsen verwiesen. Dieses vorgenannte Protokoll gibt den Wert des dem König Johann Kloubert umgehängten Vogels, der Kette, des Halbmondes sowie der vorhandenen „31 Schilder und ein doppeltes“ mit 72 Thalern 19 Silbergroschen an, und zählte 47 Schützen. Zum Vogelschuß zahlte die Schützengesellschaft 1841 an Armengeld  5 Silbergroschen. Von dem Vorhandensein einer Fahne zeugt die Einnahmeseite des Kassenabschlusses des Jahres 1840/41. Am 10. Juni 1840 verlieh die Eilendorfer Schützengesellschaft zweimal ihre Fahne nach Forst gegen Vergütung von zusammen 1 Thaler. Die Ausgabenseite verweist am 30. Juni 1841 einen Posten über 8 Silbergroschen für eine Fahnenreparatur und Waschen derselben.

Am 30.Mai 1842, als die Schützengesellschaft gerade vor ihrem Schützenhause angetreten war, passierte der Marquis de Sassenay, Gründer der Stolberger Gesellschaft, die damalige Cockerill-, heutige Von Coels Straße. Da der Marquis in unserer Gegend eine ebenso bekannte wie geachtete Persönlichkeit war, ließ der Hauptmann der Schützengilde die Mannschaft stillstehen und kommandierte: „Augen rechts“. Nachdem nun dieser für die Aufmerksamkeit gedankt hatte, übergab er dem Führer die Summe von 10 Thalern 20 Silbergroschen. Aus dieser Stiftung wurde die Anfertigung des in diesem Buch abgebildeten Schildes bezahlt.

Ehrenschild des Marquis de Sassenay

Der Zahn der Zeit war auch an der bisher geführten Fahne deutlich sichtbar gewesen. Am 15. März erstand die Gesellschaft von der Firma Geschwister Kremers in Aachen, für 40 Thaler 24 Silbergroschen eine neue Fahne in himmelblauer Seide mit der Abbildung des Gotteslammes. In dem besagten Preis ist inbegriffen Stange, Spitze und Überzug der Fahne. Die bei 56 Mitgliedern veranstaltete Sammlung zu Gunsten der neuen Fahne ergab die schöne Summe von 44 Thaler 7 Silbergroschen. Neben der neuen Fahne bestand auch noch die alte Königsfahne, welche bei weltlichen Festaufzügen Verwendung fand.

Das Protokoll vom 7. Juni 1846 besagt, daß der jeweilige König verpflichtet sei, außer der Stiftung eines silbernen Schildes die Schützenhüte des Vorstandes und Federn zu stellen. Gleichzeitig hatte der König die Verpflichtung die Tambours und Pfeifer zu beköstigen. Im Jahre 1846 verzeichnet der Eintrag im Protokollbuch 69 Mitglieder, dazu gehörte der Pfarrer Dechant Franz Pauli, sowie der Vikar Spelthahn.

Ebenfalls  in diesem Jahre muß eine Meinungsverschiedenheit bzgl. Kalibers beim Königsvogelschuß entstanden sein. Diese Meinungsverschiedenheit muß wohl in einer Handgreiflichkeit ausgeartet sein, denn in der Ausgabenrechnung des gleichen Jahres befindet sich ein Eintrag von 27 Silbergroschen für Strafe mit vorgenannter Motivierung. Aus diesem Grund unterzeichneten der damalige gesamte Schützen-Vorstand: Joh. Matth. Lexius, M. Olbertz, H.J. Kuckelkorn, Meisen, Joh. Jos. Capellmann, Joh. Leonh. Fring, H. J. Olbertz, W.J. Kloubert, C. Kogel, Serv. Emonds, Chr. Meisen, K. Giesen und L. Kaussen am 13. Mai 1847 vor dem neuen Schießen ein Protokoll, das jedem Schützen gebietet, sich ein „regelmäßiges Gewehr zu besorgen, welches nicht mehr als eine zweilöthige Kugel schießen darf“. Ebenso wurde streng verordnet, das Laden der Büchsen nur an einem bestimmten Tisch und zwar mit größter Vorsicht zu besorgen. Gleichfalls wurde der Gesellschaft das Recht eingeräumt, einen neuen Spießnagel in die Vogelstange einzuschlagen, für den Fall dass der Nagel schon vor dem abgeschossenem Vogel durch einen Schuß herausgebracht worden wäre.

Zur damaligen Zeit dauerte die große Kirmes drei Tage, an welchen die Arbeit ruhte. Die Kosten für die Musik an den beiden Tagen trug bei Einnahme des Tellergeldes die Kasse der Gesellschaft, wofür jeder Schütze das Recht des Freitanzes bis zum Schluß des Balls erhielt. Um nun den Bestand der Kasse zu erhöhen, hielt die Gesellschaft zur Deckung der Kosten an den beiden ersten Kirmestagen und am Sebastianusfest (Juli) Tellerkollekten ab. Die Kosten der Musik am dritten Tage wurden oftmals von einem der Schützenbrüder übernommen, der dann das eingenommene Tanzgeld erhielt. Diese Art der Musikvergabe hatte seinen Grund, die Feste endeten oftmals mit Unterbilanz. Der Schütze, der dann die Kosten übernahm, hatte dann das Risiko auf seiner Seite.

In den Jahren 1847 bis 1850 fand der Vogelschuß in der Wiese des großen Bongard bei Geulen statt. Es wurde auf der hohen Stange geschossen.

Der 5. Mai 1857 jedoch brachte der Schützengesellschaft neue, zeitgemäßer, jedoch auf der alten Grundlage aufgestellte Statuten. Die Mitglieder erhielten diese Statuten in gedruckter Form am 6. April 1858.

Die Einführung des Pfarrers Joh. Peter Toussaint Jansen wurde unter Beteiligung der Schützengesellschaft am 5. Dezember 1861 gefeiert. Dem neuen Pfarrer zog man bis Rothe – Erde entgegen. In einer Prozession wurde der hochwürdige Herr zur Pfarrkirche geleitet.

Die Kasse der Gesellschaft muß zu dieser Zeit ziemlich leer gewesen sein, denn der Kirchenrendant schoß der Gesellschaft zur Bezahlung der Musik den Betrag von 85 Thalern vor. Diese Schuld wurde vom Gemeinderat erst 1864 im Gemeindebudget übernommen.

Der 24. August 1863 muß  für die Gesellschaft ein ganz besonders glanzvoller Tag gewesen sein. An diesem Tag wurden beim Schützenfest 100 Thaler 5 Silbergroschen für 601 verkaufte Lose eingenommen. Am 18. September des gleichen Jahres besuchte man das Fest des Instrumentalvereins in Verlautenheide. Dem Instrumentalverein wurde zur Erinnerung an diesem Tag eine Plakette überreicht.

Zur Repräsentation nach außen hin, wurden am 24. Mai 1863 drei neue Degen mit Koppel, am 19. Juli zwei und am 18. September 1863 der sechste Degen auf Gesellschaftskosten angeschafft.

Starb ein Schützenbruder wurde am Schützenhaus eine Fahne mit schwarzem Trauerflor ausgehängt. Jedem Schützenbruder war es eine Pflicht am Begräbnis eines Schützenbruders teilzunehmen. Fehlte ein Schützenbruder, jünger als 60 Jahre, mußte der zur Strafe 2 ½ Silbergroschen zahlen.

1866 herrschte in Eilendorf die Cholera, 60 Menschen starben an dieser schrecklichen Seuche. Ein Schützenbruder war ebenfalls zu beklagen, Johann Capellmann.

Am zweiten Pfingsttage 1867 feuerte der Bürgermeister von Eilendorf, Johann Christ. Lamb. Aug. Lohausen als aktives Schützenmitglied, für seine Majestät König Wilhelm I. den ersten Schuß, und fällte damit den Kopf des Königsvogels. Aus Anlass dieses Ereignisses wurde eine Dekoration gestiftet, bestehend aus einem Kreuz mit fünf Flügeln und fünf Lilien. Das Kreuz enthielt in der Mitte ein Medaillon, auf der Vorderseite war der preußische Adler abgebildet. Als Widmung war eingraviert:

„Für seine Majestät König Wilhelm mit dem ersten Schuß, erworben durch den Bürgermeister Lohausen, am 2ten Pfingsttage 1867“

Der Bürgermeister bestimmte, daß dieses Kreuz Eigentum der Schützengesellschaft bleiben soll. Es sollte demjenigen umgehängt werden der als erster des Kopf des Königsvogels abgeschossen hatte.

Beim Besuch  seiner Eminenz Kardinal Erzbischof Dr. Paulus Melchers von Köln waren die Schützen zum Ehrendienst abkommandiert.

Vom 1. Januar 1869 an fand in jedem Monat eine Versammlung statt. Fehlte hier ein Schützenbruder mußte er 1 Silbergroschen Strafe zahlen.

Am 19. Juli 1870 feierten die Schützen gerade ihr Ehrenvogelschießen, verbunden mit einem Schützenfest, in der Wiese von Johann Joseph Kind in der Meisengasse, als mitten in der Festfreude die Mobilmachung gegen Frankreich publik wurde. Sofort nach dem Bekanntwerden, begaben sich die militärdienstpflichtigen Schützen-Mitglieder nach Hause, um die nötigsten Vorkehrungen zu treffen. Von den angemeldeten Schützengesellschaften waren nur 5 erschienen.

Im Jahr 1873 ernannte der Schützenoberst Cornelius Kuckelkorn, Peter Joseph von Hoegen zu seinem Adjutanten.

Ebenfalls 1873 wurde eine neue Fahne angeschafft. Diese Fahne ist heute noch vorhanden. Leider wurde später bei einer weiteren Neuanschaffung der hl. Sebastianus aus dieser Fahne herausgetrennt und in die neue Fahne eingearbeitet.

Wie schon zuvor erwähnt, verabreichte man den Schützen bei festlichen Aufzügen in früheren Jahren meistens nur Wein. Bei einer Generalversammlung am 24. Mai 1874 wurde folgendes beschlossen: „Der König ist gehalten, mit dem Wirten, wo er einkehrt, das Übereinkommen zu treffen, daß den Mitgliedern der Gesellschaft eine Flasche guten, preiswürdigen Wein zu zwölf Silbergroschen verabreicht wird“.

Bei der Versteigerung des Lokals, wo die Schützenversammlungen tagten, erhielt am 29. Juni 1874 Jos. Commer den Zuschlag, zum Preis von 16 ½ Thaler pro Jahr und auf die Dauer von fünf Jahren.

Aus Rücksicht auf die 1874 statt gefundenen Heiligtumsfahrt in Aachen und Kornelimünster, verlegte die Gesellschaft ihre Festlichkeiten, die gewöhnlich am St. Sebastianusfest (Juli) stattfanden, auf den 23. und 24. August 1874.

Am 31. Januar 1875 beschloß man auf einer Versammlung, daß in einem Falle des Ablebens eines Schützenmitgliedes, das nicht in Eilendorf wohnt, unter Vorantragung der Fahne dem Begräbnis beigewohnt würde, wenn mindestens 1 Offizier und 18 Schützenmitgliedern einen diesbezüglichen Antrag stellten.

Da man es leid war, sich Fackeln zur Fronleichnamsprozession auszuleihen, schaffte die Gesellschaft am 15. Mai 1875 zweihundert neue Fackeln an.

Am 14. Mai 1875 kauften die Schützen vom Aachener Hütten Verein in Rothe Erde, 9 Böller zu ihrem Gebrauch bei Festen. Das hierzu benötigte Pulver wurde von der Gesellschaft gestellt.

In diesem Jahr feierte der langjährige Kommandeur und Kassenführer Matth. Jos. Lexius sein 50jähriges Jubelfest als Mitglied der Schützengesellschaft. Er war seit 1821 Mitglied, seit 1826 Adjutant und seit 1840 Kommandeur und Kassenführer.

Bei der Fronleichnamsprozession ereignete sich durch einen Schützen ein beträchtlicher Zwischenfall, wobei die Schützen Franz Kremer und Peter Kaussen derart verletzt wurden, daß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. Der unglückliche Schütze hatte sich beim Schießen kleiner Bleistücke bedient, eine Ordnungswidrigkeit, die das Unglück herbeiführte. Er wurde für die der Gesellschaft entstandenen Kosten verantwortlich gemacht. Da dieser Schütze der Forderung nicht nachkam, beschloß die Gesellschaft am 20. Februar 1876 den betreffenden Schützen aus der Gilde auszuschließen.

Ein Jahr später fehlte ein Mitglied bei der Fronleichnamsprozession, er hatte sich einem anderen Verein angeschlossen, außerdem fielen zwei andere Schützenmitglieder wegen Trunkenheit auf. Gemäß § 33 der Statuten von 1857 wurden diese am 2. Juli 1876 der zur Prüfung und Aburteilung, derartiger Fälle eingesetzter Kommission übergeben. Dieselbe fällte am 12. Februar 1877 das Urteil dahingehend, das aktive Mitglied aus der Gesellschaft auszustoßen, weil es der Aufforderung, an der Prozession teilzunehmen, nicht nachgekommen war.

Die beiden inaktiven Mitglieder wurden wegen Trunkenheit im Dienst für unfähig erklärt, sich für das Jahr 1877 an den öffentlichen Aufzügen am Pfingstmontag und am Sebastianusfest zu beteiligen. Am 8. Juli 1877 besuchte die Gesellschaft das Brander Schützenfest.

Vom 2. Juli 1878 an fand das Abholen des Schützenkönigs an seiner Wohnung nicht mehr zu jedem Aufzug statt, sondern man änderte dies dahin ab, daß der König sich außer am Pfingstmontag und am Sebastianustag (Juli) bei allen anderen Festaufzügen im Schützenhause einfinden soll.

Am 2. Februar 1879 beschloß man, wenn ein Mitglied der Sterbekasse, zweimal das Sterbegeld nicht bezahlt hat, seine Familie im Falle des Ablebens das Sterbegeld nicht erhalten soll. Der Vorstand der Sterbekasse, bestehend aus 7 Schützen, war 1884 befugt, notdürftigen kranken Mitgliedern eine einmalige Unterstützung bis zu 10 Mark angedeihen zu lassen.

Am Abend des 3. September 1880 veranstaltete die Schützengesellschaft zu Ehren des 25jährigen Priester-Jubiläums des Eilendorfer Pfarrers Theodor Stapper, vom Oberdorf bis zum Pastorat einen Fackelzug. An diesem Zug waren die Eilendorfer Ortsvereine mitbeteiligt.

Auch der 20. August 1884 stand im Zeichen eines Priester-Jubiläums. Diesmal galt es dem Eilendorfer Vikar Anton Bruns. Auch zu Ehren des Vikar wurde ein Fackelzug veranstaltet. Von Seiten der Gesellschaft wurde dem Jubilar ein Sofa als Ehrengabe überreicht.

Bei einer Ausstellung für kirchliche Kunst in Düsseldorf, kaufte die Gesellschaft vier kupferne Traglaternen zu einem Betrag von 75 Thaler und machte diese Laternen der Kirche zum Geschenk.

Am 20. und 21. Juli 1884 beging die Schützen-Gesellschaft das Fest ihrer 200jährigen Jubelfeier, gegenüber dem Schützenhofe Matth. Josef. Kaussen auf der Wiese von Cornelius Kuckelkorn. Der Grund zu dieser 200 Jahrfeier lag wohl in der Annahme, daß die Gesellschaft bereits im Jahre 1687 bestanden hatte. Dies ist wohl auf das Königsschild aus dem Jahre 1687 zurückzuführen.

Um dem Schriftführer einen Ansporn zu geben, daß Protokollbuch sorgsam zu führen, beschloß man am 25. Mai 1885 zum erstenmal eine Vergütung von 15 Mark pro Jahr zu zahlen, später erhöhte sich das auf 30 Mark.

Eine seltene Ehre erfuhr die St. Sebastianus Schützen-Gesellschaft am 3. Juli 1885. An diesem Tag, dem Gedenktag der Schlacht bei Königgrätz, stattete der damalige Kronprinz Friedrich  Wilhelm von Preußen, den nahen industriellen Anlagen des Aachener Hütten-Aktien Vereins zu Rothe Erde einen Besuch ab. Die Schützengesellschaft stellte sich in Rothe Erde zur Parade auf. Mit einer Musikkapelle und einem donnernden Hurra, begrüßten die Schützen den Kronprinzen. Die mit dem eisernen Kreuz dekorierten Schützenmitglieder Joh. Jos. Kind und Wilhelm Vinken hatten die Ehre, vor dem Portal des Aachener Hütten-Aktien Vereins Posten stehen zu dürfen.

Am 23. Mai 1886 wurde zum ersten Mal ein Schütze gewählt, Peter Joseph Leuchter, der zur „Hilfeleistung bzw. Versorgung bei evtl. vorkommenden Krankheiten während den Marschübungen“ zum Sanitäter bestimmt wurde.

Wiederum hatte die Gesellschaft am 18. Juli 1886 eine 50jährige Jubelfeier zu verzeichnen. Dem damaligen Mitglied Wilhelm Kloubert I. wurde vor der Gesellschaft und vor vielen Zuschauern, sowie in der Gegenwart des Eilendorfer Bürgermeister Bott durch den Obersten Cornelius Kuckelkorn ein goldener Kranz überreicht, weiterhin wurde ihm ein goldenes Kreuz angeheftet.

Am 23. September 1888 verstarb der amtierende König Cornelius Huppertz. Unter zahlreicher Beteiligung der Gesellschaft brachte man seine sterblichen Überreste am 26. September zu Grabe. Ein Schützenoffizier trug die Königskette ausgelegt auf einem schwarzen Samtkissen hinter der Bahre. Zum Andenken an den Schützenkönig, trug man das Königssilber bei Aufzügen in einem Trauerflor eingehüllt. Erst bei der Proklamation des neuen Königs 1889 wurde der Schützenvogel wieder enthüllt.

Der 5. August 1888 war wohl bis dahin, der denkwürdigste Tag der Schützengesellschaft. Das Fest galt dem verdienten Schützenobersten Cornelius Kuckelkorn. Er feierte im Juli des Jahres 1888, sein 25jähriges Jubiläum als Oberst der Gesellschaft. Er war seit seinem 16. Lebensjahr Mitglied der Schützengesellschaft. An diesem Festtag überreichte der damalige Bürgermeister, Peter Bott, dem Jubilar einen von der Gesellschaft gestifteten Verdienstorden.

Die Ehrengabe der Gesellschaft bestand in einem eingerahmten Bild, worauf nachstehender Spruch verzeichnet war:

Wem gilt das selt´ne Fest in dieser frohen Stunde?
Es gilt Herrn Kuckelkorn, dem Jubilar,
Der fünf und zwanzig Jahre Oberst unserem Bunde,
Den St. Sebastianus Schützen war.

O blickt zurück heut´ auf sein Leben,
Was er als Schütz´, als Bürger er getan;
Der Menschenliebe galt sein schaffen, Wirken, Streben
Und nur das Edle zeichnet seine Bahn.

Er war als Führer uns ein fester, starker Degen,
Durch seinen Mut erhob sich der Verein,
Drum gingen wir mit ihm der Zukunft kühn entgegen
Und jeder nennt mit stolz den Oberst sein.

Als achtzehnhundert siebzig, gleich den gier, gen Raben, Rhein
Der Erbfeind krächzte nach dem schönen
Schickt´ unsern braven Söhnen er der Liebe Gaben,
Das sie mit Kraft dem Siegeskampf sich wäh´n.

Dein Jubeltag, verehrter Oberst, weckt Entzücken,
In jedes Schützen treu ergeb´ner Brust,
Drum strahlt der Freudenruf: „Heil Dir!“ aus allen Blicken,
Und uns´re Freude wird zur Wonn´ und Lust.

Es wolle Gottes Huld Dein fern´res Leben leiten,
Das deine Hand noch viel des Guten schafft,
Ja, Segen, Glück und Heil Dir bis zu fernsten Zeiten!
Gesundheit, Frohsinn, ungeschwächte Kraft

Dass die Eilendorfer Pfarrer auch nach ihrem Scheiden von Eilendorf der Schützengesellschaft in Treue gedachten, zeigt folgende Tatsache. Der seit dem 30. März 1866 in Eilendorf amtierende Pfarrer und Dechant Theodor Stapper wurde am 6. Januar 1889 nach einer segensreichen Amtszeit von fast 23 Jahren als Oberpfarrer nach St. Michael in Burtscheid versetzt. Am 30. Oktober wurde er auf seinem ausdrücklichen Wunsch hin als inaktives Mitglied in die hiesige Gesellschaft aufgenommen. Hier wurde er sofort von der Gesellschaft zum Ehrenmitglied ernannt.

Die einem anderen Verein noch als Mitglied angehörigen Schützen wurden laut Beschluß der Generalversammlung vom 19. Oktober 1890 verpflichtet, sich bei Festaufzügen stets der Schützengesellschaft und keinem anderen Verein anzuschließen. Die zuwider Handelnden wurden mit einer Strafe von 3 Mark belegt. Im Jahre 1890 mußte wieder eine Kommission zur Aburteilung strafbarer Fälle in Tätigkeit eintreten.

Zwei Schützen hatten sich beim Königsvogelschießen am 26. Mai im betrunkenen Zustand derart schlecht aufgeführt, dass einer der beiden aus der Gesellschaft ausgeschlossen wurde, der andere mit einer Strafe von 3 Mark belegt wurde.

Im Jahre 1891 weigerten sich die Eilendorfer Wirte der Gesellschaft für den Vogelschuß eine Abgabe zu zahlen. Infolgedessen fand der Vogelschuß auf einem neu hergerichteten Schießplatz in der Hahngasse statt.

Am 29. Februar 1892 fand nach dem Hochamt eine Generalversammlung statt. Hierbei wurde der amtierende Pfarrer Hansmann als aktives Mitglied in die Bruderschaft aufgenommen.

Das Jahr 1893 begann unglücklich. Am Neujahrstag wurde der amtierende Schützenkönig Ludwig Bücken I, 84jährig begraben.

Am Nachmittag des 18. Juli 1893 hielt die Schützengesellschaft in althergebrachter Weise ihr Ehrenvogelschießen auf der Wiese von Jacob Hess, Von Coels Straße, ab. Nach dem Besuch der Nachmittagsvesper zog man zur Festwiese. Das Ehrenvogelschießen gewann Herr Anton Herpers, der für den verhinderten Dechanten und Ehrenstiftsherrn am Liebfrauenmünster zu Aachen, Theodor Stapper aus Burtscheid, den Vogel herunterschoss. Den zweiten Vogel schoss Pfarrer Hansmann von der Stange. Nicht enden wollender Jubel und allseitiges Glückwünschen fand statt, denn solches war in Eilendorf noch nicht vorgekommen. Unter den Klängen der Musik des Nirmer Instrumental Vereins, wurden die Sieger in den Saal zur feierlichen Überreichung der Preise geführt.

Im Folgejahr errang der Pfarrer Hansmann wieder einen Preis, eine Regulateur-Uhr.

Allgemein sagte man sich, daß der Pfarrer ein ganzer Mann sei, der nicht nur sein Hirtenamt trefflich verwalte, sondern auch mit sicherem Blick sein Ziel  mit der Büchse zu treffen weiß.

Der 12. Mai 1896 brachte der Gesellschaft einen neuen Schützenmeister. Der bisherige Schützenmeister Johann Begass, der seit 1872, also seit 18 Jahren das schwierige Amt eines Schützenmeisters mit einer seltenen Begeisterung und Gewissenhaftigkeit bekleidet hatte, trat mit dem 12. Mai von diesem Amt zurück; an dessen Stelle wurde Edmund Kummer gewählt. Als äußeres Zeichen der Dankbarkeit und Anerkennung der geleisteten langjährigen Dienste, fand an diesem Tage die feierliche Übergabe des Ehrendegens an Johann Begass statt. Er erhielt den Titel Ehrenschützenmeister sowie Sitz und Stimme im Vorstand.

In diesem Jahr wurde das Ehrenvogelschießen wieder wegen der Heiligtumsfahrt verlegt auf den vierten Sonntag im Juli.

Am Morgen des 17. Februars 1896 (Fastnachtsmontag) zogen die Schützen wie alljährlich hinter ihrer Fahne zur Kirche. Hier fand das übliche Seelenamt für die verstorbenen Mitglieder statt. Vor dem Offertorium hielt der Pfarrer Hansmann eine ergreifende Ansprache, welche alle Schützen mit unbeschreiblicher Freude erfüllte und berechtigten Stolz hervorrief, einer solchen Gesellschaft anzugehören, die nach Schießsport vornehmlich die Verschönerung der kirchlichen Festlichkeiten bezweckt.

Das Königsvogelschießen am Pfingstmontage im Jahre 1896, war für die Gesellschaft wieder ein Tag der Ehre. Der seit dem 1. April 1896 in Eilendorf amtierende Bürgermeister Joseph Nicolai gab, wie von alters her üblich, im Namen des Kaisers den ersten Schuß ab und hatte das Glück, den Kopf des Königsvogels zu fällen. Aus Anlaß dieser Begebenheit ließ die Gesellschaft eine Erinnerungsplakette herstellen.

Die hundertste Wiederkehr des Jahrestages der Geburt Kaiser Wilhelm I. feierte die Gesellschaft am 22. März 1897 in gebührender Weise. Weiterhin nahmen die Schützen in diesem Jahr am Jubelfest des Eilendorfer Turnvereins  teil.

Der 18. Juli 1897 brachte den Schützen in Verbindung mit dem Ehrenvogelschießen wieder die seltene Feier eines 50jährigen Jubiläums. Die Gesellschaft nahm nach dem Gottesdienst vor der Wohnung des Jubilars Christian Meisen (an der Kirche) Aufstellung. Nach der, dem Tage angepassten, Ansprache des Pfarrers, setzte der Bürgermeister dem Jubilar einen goldenen Kranz auf dem Haupt. Cornelius Kuckelkorn überreichte eine Medaille. Danach ging es dann zur Festwiese wo das herkömmliche Ehrenschießen stattfand.

Während der Versammlung, vom 11. Dezember 1898, beschloss die Gesellschaft für die zu erbauende Erlöserkirche zu Jerusalem, einen Betrag von 20 Mark zu spenden. Dieser Betrag wurde dem Eilendorfer Pfarrer zur Weitergabe überreicht.

Das Fahnenweihfest des Eilendorfer Turnvereins fand unter Mitwirkung der Schützengesellschaft am Sonntag, den 11. Juni 1899 statt. Am 25. Juni 1899 nahm die Gesellschaft am 1100jährigen Jubelfest der Karls-Schützen Gilde teil.

Am 11. Februar 1900 übertrug die Gesellschaft dem Schützenbruder Leonhard Keusch das Amt die Sterbekasse zu führen.

An der Grundsteinlegung der neuen Kirche St. Barbara in Rothe Erde nahmen die Schützen am 13. Mai 1900 mit Fahne teil.

Am 15. und am 22. Juli 1900 feierte man ein Schützenfest. Die Bewirtung auf der Festwiese wurde dem Gastwirt Leo Bücken aus Rothe Erde für 210 Mark übertragen. Für die Ausrichtung des Festballs im Saale des Wirtes Joseph Küppers, an der Linde, erhielt die Gesellschaft 90 Mark.

Der 20. Januar 1901 war ein großer Tag in der Geschichte der Eilendorfer Schützengesellschaft. Unter Begleitung des Nirmer Instrumental Vereins, marschierten die Schützen zur Wohnung des Schützen-Obersten Cornelius Kuckelkorn im Nirm. An Ort und Stelle angekommen erschien der Oberst und begrüßte die Schützen. Darauf nahm Schützenmeister Kummer das Wort und hielt folgende Ansprache:

„Sehr geehrter Herr Oberst!

Bevor ich mich meines ehrenwerten Auftrages entledige, bringe ich Ihnen im Namen und in Gegenwart der St. Sebastianus Schützen-Gesellschaft an ihrem heutigen Ehrentage die herzlichsten Glückwünsche dar. Wir sind zu Ihnen gekommen, um einen Akt vorzunehmen, der uns schon längst am Herzen gelegen hat, doch heute erst verwirklicht werden konnte. Es sind bereits 38 Jahre verflossen, seitdem Sie der Gesellschaft als Oberst vorgestanden haben. Sie haben dieselbe geführt und geleitet mit Mut und Energie und immer da einzusetzen gewusst, wo es nötig war, wie Sie uns stets mit einem mustergültigen Beispiel vorangegangen sind. Kam einmal eine kleine Zwistigkeit in der Gesellschaft vor, dann waren Sie es, Herr Oberst, der die Angelegenheit wieder in richtige Bahnen zu lenken wusste. Für die Wahrheit meiner Worte bürgen die stets eingehaltene, von den Altvorderen übernommene Ordnung und Disziplin. Nachdem Sie nun, verehrtester Herr Oberst, wie schon erwähnt, 38 Jahre lang an der Spitze unserer Gesellschaft gestanden haben, so haben wir es als unsere Pflicht erachtet, Sie in anbetracht dieser Tatsache und in Würdigung Ihrer Verdienste um die Schützen-Gesellschaft, heute zu unserem General zu erheben, was dem einstimmigen Wunsche aller Schützen entspricht. Auf Grund dessen, sowie laut Beschluss unserer letzten Versammlung vom 13. Januar 1901, proklamieren wir Sie hierdurch feierlichst zu unserem General. Möge der Allmächtige Sie noch recht viele Jahre zum Wohle Ihrer Familie, aber auch als weisen Führer unserer Schützen-Gesellschaft erhalten. Das walte Gott!“

Der Schluss der Rede klang in einem begeistert auf genommenen Hoch auf den neuernannten General aus. Mit den Generalsepauletten geschmückt, dankte der Geehrte in kurzen Worten für die ihm zuteil gewordenen Auszeichnung sowie für die seiner Person entgegengebrachten Beweise der Treue und Anhänglichkeit.

Durch diese Erneuerung war es nun auch nötig geworden, den Adjutanten des bisherigen Obersten, Peter Joseph von Hoegen, im Range aufzurücken. Er wurde am 18. Februar 1901 nach 30jähriger Mitgliedschaft und als Inhaber des Adjutanten-Amtes zum Major ernannt.

General Cornelius Kuckelkorn mit seinem Adjutant Major Peter Josef von Hoegen

Das 25jährige Jubiläum des Pontifikates von Papst Leo XIII. feierte die hiesige Kirchengemeinde am 23. Februar 1902. Alle Ortsvereine versammelten sich am Vereinshaus von Adam Geulen (gen. „ZUR SCHMIEDE“) zu einem großen Festzug. Unter Beteiligung des Nirmer Instrumental Vereines zog ein großer Festzug zur Pfarrkirche. Nach der Beendigung des Hochamtes schritt die Geistlichkeit in Begleitung des Generals Kuckelkorn die Front der Vereine ab. Der Pfarrer Hansmann bedankte sich bei den Vereinen.

Zu Besuch Ihrer Majestäten des Kaisers Wilhelm II. und der Kaiserin Augusta Viktoria und des deutschen Kronprinzen in Aachen, war auch die Eilendorfer Schützengesellschaft eingeladen worden. Am Morgen des 19. Juni 1902 gegen 11½  Uhr marschierten die Schützen in voller Mitgliederzahl mit der Kapelle des Nirmer Instrumental Vereins nach Aachen, voran General Kuckelkorn und sein Adjutant von Hoegen zu Pferde. Nachdem die kaiserlichen Majestäten die festlich geschmückten Straßen Aachens passiert hatten, zogen die Schützen ebenfalls durch die Feststraßen der Stadt, zu den Denkmälern von Kaiser Karl und Kaiser Wilhelm des Großen. Nachdem sich nun die Schützen an einem Glas Bier gütlich getan hatten, kehrten sie gegen Abend wieder in die Ortschaft zurück. Dieser herrliche Festzug, unter Beteiligung von 84 Schützen, sollte noch lange in Erinnerung bleiben.

Die goldene Jubelfeier des Schützengenerals Cornelius Kuckelkorn war am 24. August 1902. Gegen 4¾ Uhr standen die Schützen auf dem Marktplatz zur Parade bereit. Der General und sein Adjutant nahmen Punkt 5 Uhr, gefolgt von Pfarrer Hansmann und Bürgermeister Nicolai, die Parade ab. Nach dem Abreiten der Front bewegte sich der Schützenzug durch die Hauptstraßen der Ortschaft zur Festwiese nach Nirm. Pfarrer Hansmann überreichte dem Jubilar nach einer fesselnden Rede ein Geschenk der Bruderschaft, eine goldene Medaille mit Bildnis des hl. Cornelius an goldener Kette (Diese Kette trägt heute der jeweilige Brudermeister).

General Cornelius Kuckelkorn mit Medaille

General-Adjutant von Hoegen übereichte eine Photographie des Generals zu Pferd. Der beigeordnete Bürgermeister Joh. Jos. Kind und Gemeindeverordneter Wilhelm Vinken, als Kommandant der Ehrenkompanie, überreichten im Namen der Ehrenmitglieder ein paar goldene Fangschnüre und ein paar silbervergoldete Sporen, sowie den Gardestern. Gegen Abend fand man sich im Viktoriasaal von Franz Reeder. Unter dem Vorsitz des Pfarrers Hansmann fand eine Festversammlung statt.

Als Dank für die dem General anlässlich seines 50jährigen Jubiläums dargebrachten Ehrungen, machte der General Cornelius Kuckelkorn der Gesellschaft in der Generalversammlung vom 23. Februar 1903 die überraschende Mitteilung, dass er sich zur Erinnerung an diesen denkwürdigen Tag entschlossen habe, ein feierliches Seelenamt für alle verstorbenen Mitglieder der Gesellschaft auf ewige Zeiten zu stiften. Dieses Seelenamt soll alljährlich am Fastnachtsmontag gehalten werden. Bei der Wahl des Tages war der Grund bestimmend, den Sinn der Mitglieder während des großartigen Karnevalstreibens nach oben zu richten und einem Seelenamt beizuwohnen, das an solchen Tagen so recht eindringlich das memento mori predigt.

Am Pfingstmontag, den 1. Juni 1903, errang der General Kuckelkorn nach 51jähriger Mitgliedschaft die Königswürde, was eine unbeschreibliche Freude unter den Schützen hervorrief.

St. Sebastianus Schützenbruderschaft im Jahre 1903

Die von dem General Cornelius Kuckelkorn gestiftete Messe mit Ministration, für die Seelenruhe der Verstorbenen Schützenbrüder, fand zum ersten Mal am 14. Februar 1904 unter großer Beteiligung statt. Anschließend folget die Generalversammlung im Schützenhaus.

Nach der Proklamation von Johann Jordans, am 23. Mai 1904, dekorierte der General die Schützen mit den von ihm gestifteten Schützen-Orden. Der Orden stellte ein Kreuz dar mit der Aufschrift auf der Vorderseite: General und König Cornelius Kuckelkorn 1903/04; auf der Kehrseite: St. Sebastianus Schützen-Gesellschaft Eilendorf.

Auch beim Bau des neuen Turmes unserer Pfarrkirche, unter Pfarrer Hansmann, hat die Eilendorfer Schützen-Gesellschaft ihr Scherflein dazu beigetragen. Sie beschloß daher am 16. Oktober 1904 das Turmkreuz im Preise von 230 Mark, in solider Schmiedearbeit zu schenken. Gleichfalls wurde in diesem Jahr am 17. September bestimmt, daß das vom Schützengeneral Cornelius Kuckelkorn gestiftete Königsschild seiner Kostbarkeit wegen, nicht dem Schützenkleinod einverleibt werden soll, sondern zur Verhütung vorzeitigen Verschleißes, von dem vorjährigen Schützen-König bei festlichen Aufzügen an einer Kette einzeln um den Hals getragen werden sollte.

Der 2. Juli 1905 war ein Unglückstag für die Schützen. Bei einem Geldvogelschuss wurde der Schützenbruder Anton Herpers verletzt. Ein Schuß schlug vom Holzvogel zurück und traf den Schützenbruder am Auge. Sie drang in den Kopf hinein und konnte erst am folgenden Tage entfernt werden. Da die Schützengesellschaft nicht gegen Haftpflicht versichert war, wurde dem Geschädigten ein angemessenes Schmerzensgeld aus der Schützenkasse gezahlt.

Ein harter Schlag traf die Schützen-Gesellschaft durch das am 5. Januar 1908 erfolgte Ableben ihres Schützenmeisters Edmund Kummer. Dieser, redegewandt  und von einer vorbildlichen Treue und Begeisterung für die Schützensache, war am 11. Dezember 1876 in die Schützengesellschaft eingetreten, verwaltete seit dem 11. Dezember 1895 das schwere und manchmal undankbare Amt eines Schützenmeisters mit seltener Ausdauer, Umsicht und Gewissenhaftigkeit. Sein Amt übernahm sein Assistent Ludwig Bücken, der dieses Amt zwei Jahre lang verwaltete.

Am 19. Juli 1908 feierten die Schützen das 50jährige Jubiläum des Matth. Kaussen.

Die Sterbekasse wurde ab dem 14. März 1909 getrennt von der Gesellschaftskasse geführt. Die Hinterbliebenen eines Mitgliedes, das jährlich einen Betrag von 1,20 Mark einzahlte, erhielt, je nach Stand der Kasse, ein Sterbegeld.

Der Jahresbeitrag betrug zu der Zeit 3 Mark, Dieser musste vor dem Königsvogelschuß entrichtet werden.

Wieder war die Schützen-Gesellschaft in Trauer versetzt. Am 26. April 1909 wurde unter zahlreicher Beteiligung der amtierende König J.-Jos. Frings zu Grabe getragen.

Franz Sistermann wurde am 7. November 1909 zum Schützenmeister gewählt. Im Jahr 1910 ließen sich 5 aktive und 24 inaktive Schützenmitglieder in die Gesellschaft aufnehmen. Den bislang am Samstag vor Pfingsten durchgeführten Zapfenstreich hob man laut Beschluss der Versammlung vom 17. April 1910 auf.

Aus Anlass des 25jährigen Jubiläums des Bürgermeisters Joseph Nicolai, wurde der Jubilar am 1. Mai 1910 zu einem Hochamt zuhause von den Eilendorfer und Atscher Vereinen abgeholt.

Am 23. Mai 1910 empfingen die Schützen den Kardinal Erzbischof Dr. Antonius Fischer von Kölnn Nirm. Dieser verweilte in Eilendorf zur Spendung der hl. Firmung.

Am 26. Juni 1910 fuhr die Eilendorfer Schützen-Gesellschaft per Wagen nach Kohlscheid zur 250jährigen Feier der Erneuerung der St. Sebastianus Schützen Gesellschaft zu Kohlscheid. Ferdinand Freiherr von dem Bongart, Gönner dieses Festes, gab der Kohlscheider Gesellschaft am 25. April 1910 neue Satzungen und schenkte ihr einen neuen Schützenvogel.

Die Eilendorfer Schützen besuchten mit Tambour und Pfeifer am 3. Juli 1910 das Schützenfest in Wahlheim.

Nachstehender Vertrag wurde mit dem Wirt Josef Hehs („Open Groof“) für die Festlichkeiten von 1910 bis 1915 geschlossen:

Heute sollen das Königs- Ehren und Nebenvogelschießen öffentlich auf die …….. von Hehs Johann und zwar von Pfingsten 1910 bis Sebastianus den dritten Sonntag im Juli 1915 einschließlich unter nachstehenden Bedingungen vergeben werden. Der Ausrichter ist verpflichtet die polizeilichen Erlaubnis zu erwirken. Zu Errichtung der Vogelstangen und der nötigen Schutzeinrichtungen, sowie dieselben auf einem Hoften herzustellen.

Derselbe ist gehalten einen Schuppen oder Zelt in einer Entfernung von etwa 10 Meter vom Anlegestuhl zu errichten, und zwar ein Raum von wenigstens Dreißig Quadratmeter.

Derselbe Ausrichter zahlt der jährlichen Pachtpreis acht Tage vor Pfingsten in Händen des Schützenmeisters.

Der Ausrichter hat für gute Speise und Getränke Sorge zu tragen und derselbe zu ortsüblichen Preisen zu verkaufen.

Die Gesellschaft verpflichtet sich am Pfingstmontage nach dem Königsvogelschuß in einem vom Ausrichter zu stellenden Lokale Ball zu halten, ferner ist der Wirt gehalten zu diesem Balle auch Flaschenbier zu verabreichen und die Musik auf seine Kosten anständig zu bewirten.

Die Gesellschaft sowohl wie der Ausrichter sind zur Aufrechterhaltung der Ordnung bei allen diesbezüglichen Festlichkeiten verpflichtet.

Der Vorstand der Gesellschaft hält sich nach erfolgter Verganderung die Genehmigung vor.

Bei Nichterfüllung vorgenannter Bedingungen steht es dem Vorstand frei den Vertrag sofort aufzulösen und haftet der Unternehmer alsdann für allen dadurch entstandenen Schaden.

Dem Ausrichter sind die Bedingungen vorgelegt worden, darauf verpflichtet sich der Ausrichter die Bedingungen nach zu kommen.

Angespornt von dem prunkvollen Fest der Kohlscheider Schützen, beschloss man Ende September 1910 nach dem Ursprung der Gesellschaft zu forschen. Am 13. Oktober 1910 trat ein „Consortium“ von Männern zusammen, um die vorbereitenden Arbeiten für das demnächst stattfindende Jubelfest der Schützen zu beraten.

Den St. Sebastianustag im Januar zu begehen, war ein uralter Brauch der Eilendorfer  Schützengilde. Seit einigen Jahren feierte man dieses Patronatsfest wieder. Mit dieser Feier war seit jeher ein gemeinschaftlicher Kirchgang verbunden. So feierten unsere Schützen auch am 20. Januar 1911 mit 75 Schützen ihren Patron. Nach dem Hochamt begaben sich die Schützen im Zug zur Pastorat, um durch den Vorstand der Gilde, dem Schützengeneral Cornelius Kuckelkorn, dem Ehrenschützenmeister Johann Begass und dem Schützenmeister Franz Sistermann, in Verbindung mit einer Deputation des Eilendorfer Sängerbundes den seit 1891 in Eilendorf amtierenden Pfarrer Franz Hansmann, zur verliehenen Prälatenwürde zu gratulieren. Sichtlich bewegt dankte der Geehrte für die ihm zuteil gewordene Aufmerksamkeit.

Vor dem ersten Schuß auf den Königsvogel am 5. Juni 1911, überreichte der General Cornelius Kuckelkorn dem bisherigen Hauptmann Adam Sprung nach 25jähriger Amtsausführung den Ehrendegen. Mit diesem Tag trat Adam Sprung von seinem Amt zurück. I. Leutnant Sebastian Kind übernahm provisorisch bis zur nächsten Generalversammlung das Amt des Hauptmanns. Als Ehrengäste wurden der Pfarrer Franz Hansmann, Beigeordneter Bürgermeister Joh. Jos. Kind und Kaufmann Heinr. M. C. Schiffers begrüßt.

Nachdem ein Hoch auf seine Majestät Kaiser Wilhelm II. ausgebracht wurde, begann das Königsvogelschießen. Leider hielt das prächtige Wetter nicht lange an. Ein mächtiges Gewitter lies dem Fest jäh sein Ende finden. Der Königsvogel wurde am folgenden Sonntag, den 11. Juni 1911 beendet. Schützenmeister Franz Sistermann holte mit dem 25. Schuss, in der 4. Runde, den Vogel von der Stange.

Am 21. Juni 1911 wurde der verstorbene Bürgermeister, unter großer Beteiligung von Behörden, Vereine und Bürger zur letzten Ruhe getragen.

Im Jahre 1911 feierte der langjährige Schützenmeister Johann Begass, sein 50jähriges Jubiläum als Mitglied der Gesellschaft. Am 2. Juli 1911 wurde ihm im Rahmen des 260. Jubelfestes zur Erneuerung der Gesellschaft im Jahr 1650, der goldene Lorbeerkranz überreicht.

St. Sebastianus Schützenbruderschaft Eilendorf im Jahre 1911

Am 2.Juli 1911 beging unsere Gesellschaft unter liebenswürdiger Beteiligung der Behörde, von 21 auswärtigen Schützen-Gesellschaften, von 8 Ortsvereinen sowie der selbständigen Handwerksmeister, Handwerker und Bürger Eilendorfs die Feier des 260jährigen Jubiläums der Gesellschafts-Erneuerung im Jahre 1650, verbunden mit einem Internationalen Schützenfest und historischen  Festzug.

Leider fehlen uns aus der Zeit vom 3. Juli 1911 bis zum 20. Januar 1923 jegliche Niederschriften. Somit ist aus dieser Zeit nichts zu berichten.

Bei der Generalversammlung am 21. Januar 1923 wurde das Königsgehalt für das Jahr auf 25.000 Mark festgesetzt. Auch die Zeit der Inflation ging an den Schützen nicht vorbei.

Am Weißen Sonntag 1923 übernahmen die Schützen zu ersten Mal den Ordnungsdienst in der Kirche.

Am Pfingstsonntag 1923 wurde erstmals wieder ein Geldvogel ausgeschossen.

Der Lospreis betrug 50,00 DM. Eine Summe von 40.000 DM sollt ausgeschossen werden.

Am Fronleichnamstag 1923 begleiteten die Schützen die Prozession im schwarzen Anzug. Laut der Besatzungsbehörde war es den Schützenbrüdern untersagt in Uniform an der Prozession teilzunehmen.

Am 30. Dezember 1923 meinte der damalige Assistent, dass für das Jahr 1924 bei ca. 80 Mitgliedern ein Jahresbeitrag von 4 Goldmark und nebenbei einige gute Geschäfte im Laufe des Sommers, wie Geldvögel und desgl., ein Auskommen gewährleistet sei.

Der stellv. König Heinrich Plum hielt die Höhe des Betrages ebenfalls für angemessen. Folgend nahm Herr Hahnengreß Bezug auf die Sterbekasse, der ein Teil des Beitrages zufließen sollte, dann würden der Gesellschaft ja nicht die volle 4 Mark zufließen. In Anbetracht dessen schlug er vor, den Beitrag auf 5 Mark zu setzen. Die Versammlung beschloß aber den Betrag von 4 Mark beizubehalten.

Am 1. Juni 1924 besuchte man die St. Sebastianus Schützenbruderschaft Atsch zu ihrem 25jährigen Jubelfest.

Josef Geulen, wurde am 15. Februar 1925 zum General gewählt, zu seinem Adjutant bestimmte er Sebastian Kaussen. Peter Josef Kehren wurde zum Schützenmeister gewählt.

Mit dem folgenden Brief trat General Cornelius Kuckelkorn vom aktiven Dienst in der Gesellschaft zurück:

Eilendorf, den 14. Mai 1925

An den Vorstand der St. Sebastianus Schützengesellschaft in Eilendorf

Da ich nicht mehr in der Lage bin mich verlässlich in der Gesellschaft zu betätigen, gestatte ich mir derselben nachstehende Sachen zu geeigneter Verwahrung zu übergeben:

Rock, Hose, Schärpe, Hut mit Federbusch, Epauletten, 1 Stern mit goldener Kette und Kreuz, 1 Geschenk der einberufenen Schützen 1870/71, sowie verschiedene Preise.

Selbstredend bleibe ich nach wie vor treues Mitglied der Gesellschaft und wünsche derselben auch für die Zukunft wachsen, blühen und gedeihen.

Mit Schützengruß verbleibe ich der Gesellschaft treu ergebenes Mitglied nach 70jähriger Zugehörigkeit

Gez. Corn. Kuckelkorn

Unter dem Protektorat des Herrn Landrates Pütz und unter Beteiligung der Behörden, sowie 30 Schützen-Gesellschaften, 7 Ortsvereine, beging unsere Gesellschaft am 16.- 17. und 23. Mai 1926 die Feier des 275jährigen Jubiläums ihrer Gesellschafts-Erneuerung im Jahre 1650, verbunden mit einem großen Schützenfest und historischem Festzuge.

Montags wurde in althergebrachter Weise der Königsvogel geschossen. Leider hatten die Schützenbrüder das Holz für den Vogel so stark gewählt, daß sie den Vogel nicht von der Stange schießen konnte. Erst am darauffolgenden Dienstag errang Peter Josef Kogel mit einem wohl gezielten Schuß die Königswürde.

Am Sonntag, den 26. September 1926 wurden die neue Glocken für unsere Pfarrkirche abgeholt. Die Organisation des Festzuges übernahmen die Schützen. Am Sonntag den 3. Oktober wurden die Glocken feierlich durch den Weihbischof Dr. Straeter aus Aachen eingeweiht.

Bei einer Versammlung am 21. Januar 1927 wurde eine Anfrage der Schauspielvereinigung verlesen, hierin wurde um Unterstützung gebeten bei dem Schauspiel „der Schötzekönneck“ mitzuwirken. Die Überlassung der Fahne wurde stattgegeben, jedoch unter Aufsicht der 14 Mitglieder, die sich an der Aufführung beteiligten.

Am 28. Februar 1928 traten in der Bürgerschaft Köln eine Anzahl Freunde des historischen Schützenbuderschaftswesens Deutschlands zusammen und beschlossen einen Aufruf zur Bildung eines Verbandes der alten still gewordenen Schützenorganisationen unter dem Titel „Erzbruderschaft vom hl. Sebastianus“. Der Aufruf wies auf die Werte des mittelalterlichen Bruderschaftswesen hin, Werte, die auch im 20. Jahrhundert wieder aktiv gemacht werden könnten. Da die Schützenbruderschaften keinen größeren Sport betrieben, sondern nur Schießspiele an den Festen und Königsvogelschießen, so setzte man in das Programm die aus der Schützenbruderschafts-Geschichte entnommenen Ideale „Für Glaube, Sitte und Heimat“ an die Spitze. Rektor Lankes prägte die markanten Sätze von der „geistigen Wehrhaftigkeit“ und „aus alter Wurzel neue Kraft“. Generalvikar Dr. Josef Voigt in Köln, der spätere Bischof von Aachen, beauftragte den Pfarrer Dr. Luis, die weitere Entwicklung der „Erzbruderschaft vom hl. Sebastianus“ kräftig zu fördern; denn das wertvolle Erbgut der Schützenbruderschaften müsse gerettet werden. Der Aufruf bewegte viele Schützen im Rheinland und Westfalen. An 1000 Schützenbruderschaften meldeten sich in drei Monaten, so dass die Proklamation des Verbandes vorbereitet werden konnte. Sie fand statt am 1. Juli 1928 in der großen Messehalle zu Köln durch den damaligen Oberbürgermeister der Stadt Köln, Konrad Adenauer, der vor 500 in Tracht erschienen Delegierten und vor 150 Königen im Schmuck der altehrwürdigen Ketten und Embleme ausrief:

„Diese Halle hat schon manchen Festakt erlebt, nie aber sah ich einen solchen mächtigen Wall von Fahnen, in denen uns das Leben und die Taten unserer Väter lebendig werden. Die Erneuerung des Bundesgedankens ist ein hohes Ziel, dem die Zukunft gehört.“

Dieses Wort hat sich bewahrheitet. Es entstand ein Verband von 120 000 Männern, die sich „Sebastianer“ nannten. Sie traten 1933 in die blutigernste Bewährungsprobe des sogenannten Dritten Reiches an und haben sie bestanden. Sie sind ein Wall des Widerstandes geworden und konnten nach dem zweiten Weltkrieg als erste die Schützenfahne wieder erheben und ihre Tätigkeit aufnehmen.

Die St. Sebastianus Schützen-Gesellschaft Atsch war am 12. Mai 1929 der Ausrichter des Bundesfestes des Allgemeinen Büchsenbundes. Unserer Schützen Marschierten zusammen mit den Apollonia-Schützen unter Begleitung des Trommler und Pfeifen Corps sowie „…8 Mann Musik der Olympia…“

In einem Versammlungsprotokoll vom 17. August 1932 werden zum ersten Mal Jungschützen erwähnt. Hier heißt es, „Die Wandermedaille vom Handwerker – Verein soll in Zukunft nur unter den Jungschützen ausgetragen werden und zwar persönlich. Bei dringender Verhinderung entscheidet der Vorstand.” Die gestiftete Medaille vom Herrn Frantz soll am Sonntag, den 28. August ausgeschossen werden auf 50 Meter Entfernung liegend aufgelegt auf 12er Ringscheiben mit kleinem Kaliber.

Der 1. Diözesantag der neu gegründeten Erzbruderschaft der St. Sebastianus Schützen fand am 13. November 1932 in Aachen statt. Bei dieser Gelegenheit wurde der Bezirksverband Aachen gegründet.

An diesem Tage fand ebenfalls die Fahnenweihe der Jungschützen der St. Sebastianus Schützen-Gesellschaft in Eilendorf statt. Die Fahnenweihe wurde von dem Generalpräses Dr. Louis vorgenommen. Unter den Klängen der Musik marschierte man zum Vereinslokal wo eine entsprechende Festversammlung stattfand. Ehrengäste an diesem Tag waren, Generalpräses Dr. Louis, die Ehrenmitglieder Heinr. Schiffers, Heinr. Offermanns, Josef Bartz sowie die St. Apollonia Schützengesellschaft mit ihrer Jungschützenabteilung. Dr. Louis referierte über das Schützenwesen, der Zwecke der Erzbruderschaft und deren Bedeutung. Herr Josef Bartz, am Berg, übergab der Bruderschaft einen Schöffenstock aus dem 16.Jahrhundert, sowie ein französisches Seitengewehr aus dem Krieg 1870/71, Andenken an seinen Vater Peter Bartz, Unteroffizier des Inf. Regt. N.25 Lützow.

Am 12. Juni 1933 besuchte man das Bezirks-Bundesfest in Niederbardenberg, am 26. Juli 1933 war die Bruderschaft zu einem Jubelfest in Merkstein eingeladen.

Im heiligen Jahr 1933 nahm der damalige Schützenmeister Hubert Plum an einer Romreise teil und brachte das Anno Santo Kreuz aus Rom mit. Da Hubert Plum das Kreuz selbst geholt hat, beschloss man während einer Versammlung am 13.Mai 1934, daß er das Anno Santo Kreuz selbst tragen soll.

Unsere Bruderschaft beteiligte sich am 9. September 1933 anlässlich der Heiligtumsfahrt in Trier am großen Bundesschießen der Erzbruderschaft. Im Gruppenschießen errangen die Schützen: Johann Laschet, Heinrich Lauter, Hubert Plum, Peter Grevenstein und Josef Woopen, den 15. Preis (Eine Kiste mit 8 Flaschen Wein).

Nun brach eine schlimme Zeit an, die wohl in vielen noch persönlich Erinnerungen weckt.

Die politischen Auswirkungen machten selbst vor unserer Bruderschaft nicht halt.

Das Protokoll der Generalversammlung vom 15. Januar 1934 berichtet,

„…Assistent Hahnengreß brachte den Bericht über die Delegiertentagung der Erzbruderschaft am 14. Januar 1934 in Köln. Als Hauptpunkt wurden hervorgerufen und zwar dass Fürst Salm– Reifferscheidt als Führer der Erzbruderschaft vom hl. Sebastianus ernannt sei, dass jede Versammlung mit dem deutschen Gruß zu eröffnen sei, ferner dass jede Fahne einen Wimpel mit dem Hakenkreuz angehängt werden soll…“.

Von nun an begannen und endeten die Versammlungen mit dem „deutschen Gruß“.

Am 25. März 1935 fand im Vereinslokal ein Opferschießen statt. Der Reinerlös musste dem Winterhilfswerk zugeführt werden.

Eine Versammlung am 1. September 1935 hatte als einzigen Tagesordnungspunkt, Anschluss an den Deutschen Schützenbund oder sollte man die Mitgliedschaft an der Erzbruderschaft vom hl. Sebastianus beibehalten. Der Schützenmeister gab die Richtlinien, laut einer Delegiertentagung der Erzbruderschaft in Merkstein bekannt. Bei dieser Delegiertentagung in Merkstein wurde erstmals die Frage erörtert, ob die Schützengesellschaften rein kirchliche oder kirchlich eingestellte Vereine seien. „Wenn rein kirchlich, dann durften auch nur rein kirchliche Feste gefeiert werden, wogegen kirchlich eingestellte Vereine, kirchliche und weltliche Feste feiern durften, sich dann aber dem Deutschen Schützenbund anschließen mussten“.

Ebenfalls wurden die Statuten des Reichsbundes für Leibesübung verlesen. Anwesend waren 39 Mitglieder, 5 waren entschuldigt und 16 fehlten ohne Entschuldigung. Von diesen 39 Mitgliedern entschieden sich 34 für den Anschluss an den Deutschen Schützenbund, 2 für die Erzbruderschaft und 3 enthielten sich der Abstimmung.

Ende April 1936 wurde die Erzbruderschaft vom hl. Sebastianus aufgelöst.

Im Juli des Jahres 1936 wurde beschlossen, daß das historische Vereinsvermögen (Königssilber und das goldene Buch) der Bruderschaft im Falle einer Auflösung an die kath. Pfarrgemeinde fallen soll, jedoch darf das Königssilber nicht eingeschmolzen werden.

Anlässlich der 625-Jahrfeier der St. Sebastianus-Gesellschaft versammelten sich am Sonntag, den 29. Mai 1938 nachmittags die Vereine des Ortes und viele auswärtige Schützengesellschaften auf der Festwiese an der Von-Coels-Straße zum Festumzug durch den Ort. Nach dem Umzug begrüßte der Leiter der Festgesellschaft, der damalige Schützenmeister Josef Geulen die Teilnehmer und erteilte Bürgermeister Zimmermann das Wort. In seiner Festrede führte er folgendes aus. “Wir begehen heute ein seltenes Fest. Die St. Sebastianus Schützengesellschaft Eilendorf feiert heute ihr 625jähriges Jubiläum. Ein Verein mit einer Jahrhunderte alten Tradition mahnt uns daran, daß unsere Vorfahren die Liebe zur Heimat als ein von Gott bestimmtes Gesetz anerkennen und danach handelten.” Auf der Festwiese hob dann ein Leben und Treiben an. An zahlreichen Schießständen, Schaukeln und Krambuden kamen jene auf ihre Kosten, die hier ihre Freude suchten. Bei diesem Fest wurde ebenfalls eine neue Fahne geweiht. Welcher Art diese Fahne war, ist uns leider nicht bekannt.

Die Auswirkungen des NS-Regimes sowie der Ausbruch des 2. Weltkriegs unterbrach fast das ganze Schützenleben. Viele Schützenbrüder tauschten den Schützenrock mit dem feldgrauen Rock des Soldaten. Ein kleines Häuflein versuchte, die Schützenideale aufrecht zu erhalten.

Die Protokolle der Monatsversammlungen wurden immer kürzer und bezogen sich im Wesentlichen nur auf den Schießsport und den Besuch von auswärtigen Festen. Bei einer Versammlung am 6. Juli 1939 beschloss man außerdem den einheitlichen deutschen Schützenhut anzuschaffen. Im November beschloss man, den einberufenen Mitgliedern dann und wann ein Päckchen zu schicken und dieselben für die Dauer des Krieges vom Jahresbeitrag zu befreien.

Im Kriegsjahr 1940 wurde der Königsvogel geschossen, für die einberufenen Kameraden soll mitgeschossen werden. Sollte die Königwürde auf einen dieser Kameraden fallen, so wurde ihm das Königsgeld, nach Abzug des Jahresbeitrages ausgezahlt. 1941 wurde der Königsvogel nicht ausgeschossen. Anstelle dessen wurde ein Preisschießen durchgeführt.

Am Pfingstmontag 1942 wurde der Königsvogel ausgeschossen. Nachdem der Vogel 4 Runden mit schwerem Kaliber erhalten hatte, wurde noch eine Runde mit Klein-Kaliber auf den Vogel geschossen, die Munition für das Groß-Kaliber Gewehr war ausgegangen. Weiter heißt es im Pfingstbericht von 1942 „…. Da das Tageslicht uns benommen war und der Vogel seinen Sitz noch immer inne hatte musste man die Entscheidung zum König durch das Los treffen und Kamerad Cornel Radermacher brachte somit die Königswürde an sich…“.

Der Wiederaufbau

Die Unterbrechung vom 6. Juni 1943 bis zum 11. März 1948 ist durch Kriegseinwirkung und Sterbefall des langjährigen, verdienstvollen Schriftführers Herr Josef Hahnengress zurückzuführen. Zwischenzeitlich hatten die Versammlungen mehr den Charakter von Zusammenkünften, durch den stark verminderten Mitgliederbestand und sonstigen Zeitumständen.

Großen Anteil hatten die Schützenbrüder Heinrich Lauter, Josef Geulen, Johann Reinhart, Sebastian Kaußen, Peter Grevenstein, Hubert Plum am Wiederbeginn des Vereinslebens.

Die erste Versammlung nach dem Zusammenbruch fand am 11. März 1948 statt. Unter Anwesenheit von 19 schon bejahrten Mitgliedern wurde Heinrich Lauter die Führung des Vereins übergeben und zum Schützenmeister ernannt. Dieses Amt hat Heinrich Lauter bis 1978 in ununterbrochener Reihenfolge ausgeführt.

Am 17. Mai 1948 wurde der erste Königsvogel nach dem II. Weltkrieg geschossen. Nach den langen Kriegsjahren erforderte es schon viel Mut von den 32 schon bejahrten Mitgliedern dieses Königsvogelschiessen wieder durchzuführen.

Da für die Schützen, wie auch im Allgemeinen die Feuerwaffen untersagt waren, musste das Königsvogelschiessen in Eilendorf umgestellt werden. Die Besatzungsbehörden erlaubten nur ein Schiessen mit der Armbrust. Der eigens dazu hergerichtete Schiessstand ermöglichte ein bisher noch nicht da gewesenes horizontales Bogenschiessen. Mit dem 98. Schuss holte der damalige Schützenbruder Cornel Radermacher den Vogel von der Stange.

Am 21. Mai 1950 fand das 300jährige Jubiläumsfest der Erneuerung im Jahre 1650 unter Beteiligung von 16 Schützenbruderschaften und 10 Ortsvereinen statt. Die St. Sebastianus Schützengesellschaft wurde in die St. Sebastianus Schützenbruderschaft umbenannt.

St .Sebastianus Schützenbruderschaft 1310 Eilendorf im Jahre 1950

In einer Monatsversammlung am 21. Juli 1950 wurde beschlossen, monatlich ein Rockschiessen durchzuführen. Jeder Schütze, der an diesem Schießen teilnahm, sollte 1,- DM Startgeld bezahlen. Es mußten mindestens 60 Schützen teilnehmen, so das eine Summe von 60,- DM zusammenkam. Es wurde auf einem Holzvogel geschossen. Der Sieger konnte sich dann bei der Firma Kieling Aachen einen Schützenrock  anfertigen lassen. Holte jemand den Vogel von der Stange, der schon einen Rock besaß, erhielt er 30,-DM, der Rest fiel an die Schützenkasse.

Am 3. Juli 1951 besuchte man das 290jährige Jubiläum der St. Sebastianus Schützen Walheim.

Zum Abschluß der Aachener Heiligtumsfahrt 1951 hatte der Zentralverband die Schützenbruderschaft aufgerufen. 27 Schützen unserer Bruderschaft nahmen an diesem Abschlußtag teil. Einige der Schützenbrüder gehörten der Ehrenbegleitung der St. Pankratius-Büste aus Holland an.

Auf Grund dessen, daß das alte Vortragskreuz zu schwer sei, beschlossen die Schützen am 1. Mai 1952 ein neues Vortragskreuz zu stiften.

Ebenfalls wurde hier beschlossen, Herrn Dipl. Ing. Albert Thelen zum Ehrenmitglied zu ernennen.

An der Pilgerfahrt nach Kevelaer, am 10.Oktober 1954 und an der am 18. November 1954 im Dom zu Aachen stattgefundenen Weihe des neuen Bischofs von Aachen, Dr. Johannes Pohlschneider hat unsere Bruderschaft teilgenommen.

Ebenfalls war es eine Ehre für die Schützenbrüder, am Katholikentag am 2.September 1956 in Köln teilzunehmen.

Pfingsten 1959, an diesem Wochenende wurde der Königsvogel zum ersten Mal sonntags geschossen, es sollte als Versuch dienen. Ein Versuch der bis heute gehalten hat.

Das Bezirksfest des Bezirksverbandes Stolberg, wurde am 19. Juni 1959 durch unsere Bruderschaft ausgerichtet.

Am 16. August 1959 pilgerten die Historischen Deutschen Schützenbruderschaften zum Hl. Rock nach Trier. Die St. Sebastianus Schützenbruderschaft Eilendorf nahm an dieser Wallfahrt teil.

Für den Brudermeister Heinrich Lauter war der 22. Februar 1960 ein besonderer Tag. Die St. Sebastianus Schützenbruderschaft ernannte ihn an diesem Tag zum General der Bruderschaft.

Festtage besonderer Art standen Eilendorf am Wochenende des 28.- 30 Mai 1960 bevor. Die St. Sebastianus Schützenbruderschaft feierte ihr 650jähriges Bestehen und in Verbindung mit diesem seltenen Jubiläum, das Bezirksfest der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften des Bezirks Stolberg. Hohe Ehrengäste in großer Zahl und etwa 50 Bruderschaften aus dem Aachener Land und aus dem benachbarten Belgien und Holland waren zugegen.

St. Sebastianus Schützenbruderschaft 1310 Eilendorf im Jahre 1960

Schirmherr der Jubelfeier war der Hochmeister der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften Christoph Bernhard Graf von Galen. Dem Ehren- und Festausschuss gehörten etwa 90 Persönlichkeiten an, Landrat Lennartz, Oberkreisdirektor Dr. Korn, Bürgermeister Jungen und Gemeindedirektor Thomas. Viel Beifall gab es für die Festansprache von Hochmeister Graf von Galen, der die Glückwünsche des Zentralverbandes aussprach und nach einem kurzen historischen Rückblick meinte: „Was die Väter und Vorfahren geschaffen haben, sollte auch in Zukunft richtungweisend sein“. Zu den Gratulanten gehörte Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer, der in seinem Telegramm die Eilendorfer St. Sebastianus Schützen aufforderte, sich auch weiterhin mit ihrem christlichen Glauben mannhaft und beherzt einzusetzen.

Unter lebhaftem Applaus zeichnete Graf von Galen ein Mitglied der Bruderschaft besonders aus. Der Nachfolger des Anfang 1960 verstorbenen Schützengenerals Josef Geulen, Schützengeneral und Schützenmeister Heinrich Lauter, erhielt das St. Sebastianus Ehrenkreuz.

Der amtierende König der Bruderschaft im Jahre 1962, Peter Josef Kehren, verstarb in seinem Amtsjahr. Als äußeres Zeichen der Trauer wurde das Königssilber bei den Festzügen mit einem Trauerflor vorangetragen.

Ebenfalls wurde 1962 eine neue Bruderschaftsfahne geweiht. Dies Fahnenweihe nahm unser damaliger Präses Pastor Josef Bayer vor.

Die Internationale Interessengemeinschaft der Schützen im Dreiländereck Aachen-Lüttich-Maastricht wurde am Samstag, den 10. März 1962 im Saale Geulen in Eilendorf gegründet. Bundeskanzler Dr. Adenauer sandte der Gründungsversammlung ein Glückwunschtelegramm. Verfechter dieser guten Sache für die Bundesrepublik waren Bundesmeister Hans Wilms, Aachen, und von der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Eilendorf, Geschäftsführer Hubert Kind, Schützenmeister Heinrich Lauter, Schatzmeister Leo Siegers, Oberst Johann Reinhart und dessen Stellvertreter Leo Reinhart.

Geschäftsführer Hubert Kind hat sich um die Gründung dieses Verbandes sehr verdient gemacht, ihm wurde deshalb vom Bundespräsidenten die Bundesverdienstmedaille verliehen.

Das 1. Internationale Schützenfest fand am 18. August 1963 in Helden in Holland statt. Erster Internationaler Schützenkönig wurde Jaan Trienes aus Tegelen, Niederlande.

Das große 2. Internationale Schützentreffen am Sonntag, den 26. Juli 1964 in Eilendorf, an dem 57 Gesellschaften, Gilden und Bruderschaften aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland teilnahmen, gehört auch zu unserer Geschichte.

Im Mittelpunkt der prunkvollen Veranstaltung stand die Ermittlung des internationalen Schützenkönigs. Diese große Würde errang Schützenbruder Hermann Bormann aus Büllingen (Belgien). Höhepunkt des Festes bildete ein großer Festzug. Organisiert und vorbereitet wurde dieses Große Schützenfest von der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Eilendorf.

Leo Reinhart wurde Bezirkskönig im Jahr 1965. Eine stattliche Zahl an Schützen fuhr mit zum Bundeskönigschiessen nach Trier.

Am 3. Juli 1966 war unsere Bruderschaft dann wieder Ausrichter des Bezirksfestes des Bezirksverbandes Stolberg. Ebenfalls in diesem Jahr wurde Hans Busch zum zweiten Mal Bezirkskönig, es war selbstverständlich, gemeinsam mit ihm die Fahrt nach Gemünd in der Eifel zum Bundesfest zu machen.

Am 10. September 1967 fand in Aachen-Burtscheid das 5. Internationale Schützentreffen statt. Beim Mannschaftsschießen um den Wanderpreis des Kultusministers von Nordrhein-Westfalen errang die St. Sebastianus Schützenbruderschaft zum fünften Mal mit der gleichen Mannschaft, Leo Reinhart, Josef Förster, Peter Grevenstein und Gottfried Grevenstein, den Wanderpreis des Kultusministers von Nordrhein-Westfalen, der damit Eigentum der Bruderschaft wurde.

Das unsere Schützen nicht nur dem Schießsport frönen, wurde am 21. August 1968 unter Beweis gestellt. Eine stattliche Mannschaft von elf Schützen trat gegen eine Mannschaft der Firma Englebert an. Wie dieses Fußballspiel ausging ist leider nicht mehr überliefert, aber man kann davon ausgehen, daß sich unsere “Kicker” gut geschlagen haben.

General und Brudermeister, Heinrich Lauter wurde am Pfingstsonntag 1971, nach 51jähriger Mitgliedschaft zum ersten Mal die König unserer Bruderschaft. Er wurde ebenfalls Bezirkskönig des Bezirksverbandes Stolberg, somit hatte er die Berechtigung an das Bundeskönigschießen in Monheim teilzunehmen.

1972 wurde Herbert Förster Bezirksprinz, er qualifizierte sich bei dem anschließenden Diözesanprinzenschießen zur Teilnahme an das Bundesprinzenschießen in Mönchen-Gladbach.

Ein ganz besonderer Tag war der 16. Januar 1972, da wurde unser Schützenbruder Jaques Beyoum in unsere Schützenbruderschaft aufgenommen. Zum ersten Mal im gesamten Bereich des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, wurde ein Afrikaner in eine historische Deutsche Schützenbruderschaft aufgenommen. Eine Völkerverständigung der besonderen Art.

Pfingsten 1972 wurden der damalige Bürgermeister von Eilendorf, Herr Hans Haase und der Gemeindedirektor Heinrich Thomas zu Ehrenmitgliedern der Bruderschaft ernannt.

Das Jahr 1972 schien es dann wohl in sich zu haben. Eine Domäne wurde gebrochen. Nach 662 Jahren wurde Ingeborg Pieper, als erste Frau, in die St. Sebastianus Schützenbruderschaft aufgenommen.

Pfingsten 1975 wurde Jaques Beyoum König der St. Sebastianus Schützenbruderschaft. Bei dem großen Festzug zum Bundesfest in Aachen, wollte der Applaus gar nicht mehrenden. Voller Stolz zogen die Eilendorfer Schützen mit ihrem Königspaar durch die Straßen von Aachen.

Ab 1975 nahm der Schießsport in unserer Bruderschaft einen immer größer werdenden Stellenwert ein. Es wurden Rundenwettkämpfe und Meisterschaften im Bezirksverband Stolberg durchgeführt. Unsere Mannschaften sind seit dem von den ersten Plätzen nicht mehr wegzudenken.

Nach 46jähriger Mitgliedschaft wurde Oberst Johann Reinhart Pfingsten 1976 König der Bruderschaft. Mit 80 Jahren nahm er als ältester Teilnehmer am Bundeskönigschießen in Münster teil. Mit einer stattlichen Ringzahl von 26 Ringen wurde er von seinen Schützen gefeiert.

Zum Pfingstfest 1977 wurden Willi Oslender und Bezirksvorsteher Wilhelm Schroeder zu Ehrenmitgliedern der Bruderschaft ernannt.

An diesem Pfingstfest wurde Herbert Förster neuer König der Bruderschaft. Als Bezirkskönig qualifizierte es sich zur Teilnahme am Bundeskönigschießen in Paderborn. Wer bei Siegerehrung des Bundeskönigsschießens dabei war, weiß wie groß die Freude war, die unsere Eilendorfer Schützen in dem Moment empfanden, als unser Hochmeister Maximilian Graf von Spee, mit Herbert Förster, den neuen Diözesankönig der Diözese Aachen, ausrief. Unser Fähnrich, Jaques Beyoum, trug den strahlenden Herbert auf den Schultern zur Bühne. Den ganzen Abend, bis früh am folgenden Morgen, wurde in den Anlagen der Paderborner Schützen „unser“ Sieg gefeiert. Ein nicht enden wollendes „ …sie ens watt e Piresje de Schötze hant jemaht, hurra hurra de Ieledörper Schötze die sent da.“

Am Samstag, den 29. Oktober 1977 fanden sich viele Eilendorfer Bürger so befreundete Bruderschaften vor der Bezirksverwaltungsstelle ein. Das Trommler- und Pfeifer-Corps sowie der Instrumental Verein Eilendorf nahmen ebenfalls Aufstellung. Im Fackelschein der Freiwilligen Feuerwehr Eilendorf, intonierten die beiden Musikkapellen den Großen Zapfenstreich für unseren Diözesankönig.

Neben dem Bürgermeister der Stadt Aachen, Clemens Gläser, waren Rats-, Bezirks- sowie Vereinsvertreter erschienen. Bezirksvorsteher Wilhelm Schroeder erklärte, diese Stunde zeige, wie das Vereinsleben funktioniere und daß man zusammenstünde, es sei nicht nur ein Fest der Schützen, vielmehr feierten alle mit. Einen Erinnerungsteller und Blumen erhielt der neue Diözesankönig, dazu eine Medaille der Rathaustürme, überreicht von Bürgermeister Clemens Gläser.

Sonntag, den 30. Oktober 1977 besuchten die Schützen in Begleitung der Schützen des Bezirksverbandes Stolberg das Hochamt in St. Severin, bevor es zur festlichen Stunde im Saal unseres Vereinslokals Geulen ging. Oberbürgermeister Kurt Malangré richtete Gruß und Glückwunsch nicht nur an den Diözesankönig, er fand auch lobende Worte für die gesamte Bruderschaft. Höhepunkt dieser Veranstaltung war wohl die Übergabe der Diözesanstandarte durch den Diözesanbundesmeister Matthias Pütz. Sie gilt als Prunkstück aller Schützen im Diözesanverband Aachen. Für alle Aktivitäten und das gezeigte Wohlwollen bedankte sich der Brudermeister Heinrich Lauter.

Am 15. Januar 1978 trat Heinrich Lauter, aus gesundheitlichen Gründen, als Brudermeister zurück. Seit 1948 war er ununterbrochen Brudermeister der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Eilendorf. Heinrich Lauter hat maßgeblich die Geschicke der Bruderschaft nach dem Krieg bis zu diesem Januar geleitet. Aus Dankbarkeit wurde er von der Bruderschaft zum Ehren-Brudermeister ernannt. Leo Siegers, langjähriges Mitglied der Bruderschaft wurde zum neuen Brudermeister gewählt. Jaques Beyoum wurde zum neuen Fähnrich gewählt. Hauptmann Peter Grevenstein trat als kommandierender Hauptmann zurück. Hans Busch wurde zum neuen kommandierenden Hauptmann gewählt.

Am Pfingstsonntag 1978 vermißten die Eilendorfer Bürger das übliche Königsfest der St. Sebastianus Schützenbruderschaft. Es mußte verlegt werden, weil der amtierende König Herbert Förster mit dem Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften und neun anderen Schützen seiner Bruderschaft über die Pfingsttage eine Reise nach Rom unternahm.

Zum „verlegten“ Pfingstfest 1978 führten die Schützen das Dorfkönigschiessen ein. Jede Eilendorfer Bürgerin und jeder Eilendorfer Bürger, darf, wenn 18 Jahre alt ist, teilnehmen. Erster Dorfkönig wurde Reiner Hautermann.

Rund 4000 Schützen trafen sich zum traditionellen Diözesankönigsfest der Diözese Aachen am 20. August 1978 in Eilendorf. Der St. Sebastianus Schützenbruderschaft war die Ausrichtung dieses Festes übertragen worden. Höhepunkt des Schützentreffens war der feierliche Gottesdienst, den bei herrlichem Wetter Weihbischof Dr. Gerd Dicke in Conzelebration mit fünf weiteren Priestern auf dem Schulhof der neuen Schule Birkstraße hielt. Anschließend ging ein Festzug durch die Straßen Eilendorfs. In Höhe des Saalbaus Geulen fand die imposante Schützenparade statt. Große Hilfe erfuhren die Eilendorfer Schützen durch die Eilendorfer Vereine, ohne deren Mithilfe wäre so ein großes Fest wohl nicht möglich gewesen.

Hans-Jürgen Förster qualifizierte sich als Bezirksprinz beim Diözesanprinzenschießen in Gemünd zur Teilnahme an das Bundesprinzenschießen am 23. September 1978.

Am 27. Mai 1979 fuhr die Bruderschaft zum ersten Europa-Königschießen nach Peer in Belgien.

Das Bundesfest fand am 16. September 1979 in Bonn statt. Josef Förster, der nach 24jähriger Mitgliedschaft zum ersten Mal König wurde, hatte die Gelegenheit als Bezirkskönig an diesem Bundeskönigschießen teilzunehmen.

Am 20. Juli 1980 besuchten die Eilendorfer Schützen die St. Heinrich Schützenbruderschaft in Münsterbusch zu ihrem 100jährigen bestehen.

Eine neue Heimat fanden die Schützen, nachdem der Schießsportbetrieb von 1977 bis 1980 in der Grundschule Brühlstraße stattgefunden hatte, in der alten Volksschule in der Nirmerstraße. Dieses alte stattliche Gebäude wurde am 28. September 1980 durch den Bezirkvorsteher Wilhelm Schroeder den Eilendorfer Vereinen übergeben. Einen Aufenthaltsraum und zwei Schießstände teilen sich seit dem die beiden Eilendorfer Schützenvereine, St. Apollonia und St. Sebastianus.

Im September 1980 gewannen die Schützen den Internationalen Wanderpreis beim internationalen Schützenfest in Schimmert (Holland). Das älteste Mitglied der Sieger-Mannschaft war Peter Grevenstein mit 79 Jahre.

Am 9. Januar 1983 trat Leo Siegers als Brudermeister zurück. Leo Reinhart wurde zum neuen Brudermeister gewählt.

Die erste Königin in der Bruderschaft wurde Ingeborg Pieper, am 22. Mai 1983.

Zu ersten Mal nahmen die Sebastianus Schützen am 2. Juli 1983 am Stadtkönigschiessen teil. Ausrichter des Stadtkönigschießen ist die Karlsschützen Gilde Aachen.

Am 11. September 1983 fand in Aachen das Bundesfest der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften statt. Hier nahmen unsere Schützen selbstverständlich teil.

Ende 1983 starb unser Ehrenbrudermeister und General-Feldmarschall Heinrich Lauter.

An einer ganz anderen Art von Festzug nahm die Bruderschaft im Februar 1984 teil. Eine große Anzahl von Schützen beteiligten sich am Karnevalsumzug.

1985, ein ganz besonderes Jahr in der Geschichte der Bruderschaft. 675 Jahre St. Sebastianus Schützenbruderschaft Eilendorf.

Vom 29. Mai bist zum 2. Juni 1985 feierte die Bruderschaft ihr 675jähriges Bestehen. Zum Beginn der Feierlichkeiten, zu dem großen Jubelfest, eröffnete man am 29. Mai mit der freundlichen Unterstützung der Volksbank Eilendorf eine Fotoausstellung. Zum Schluß des anschließenden Platzkonzerts wurde der Große Zapfenstreich unter großer Beteiligung der Eilendorfer Bevölkerung gespielt.

unsere Bruderschaft im Jubiläumsjahr 1985, mit ihrem Königspaar Norbert und Edith Lauter

Im Rahmen des Festes feierte man am Abend des 1. Juni einen großen Dorfabend unter Mitwirkung von Künstlern, bekannt aus Funk und Fernsehen.

Am Sonntag, den 2. Juni 1985 war der eigentliche Festtag. Um 9.30 Uhr marschierten die Schützen mit den Eilendorfer Vereinen zum Festgottesdienst in St. Severin.

Um 14.30 Uhr gab der Kommandant das Kommando „Fertig machen“ zum großen Festzug durch Eilendorf. Viele befreundete Schützenvereine aus Nah und Fern, sowie die Ortsvereine, nahmen daran teil.

Vorstand im Jubeljahr 1985, v.l.: Josef Förster (Geschäftsführer), Leo Reinhart (Brudermeister), Hans Hahnbück (Kassierer)

Am Sebastianustag, den 20. Januar 1986 wurden die Herren, Josef Goebbels, Walter Koenig, Albert Kaußen, Franz Plum und Rudi Schilling zu Ehrenmitgliedern der St. Sebastianus Schützenbruderschaft ernannt. Leo Reinhart wurde zum General der Bruderschaft ernannt. Zu seinem Adjutanten bestimmte er Norbert Lauter.

Im April 1986 trugen die Schützen mit vielen anderen Eilendorfer Bürger das Friedenskreuz, von St. Barbara in Rothe-Erde, zur Pfarrkirche St. Severin in Eilendorf.

1238 wurde Eilendorf erstmals urkundlich erwähnt. Das war ein Grund am 17. September 1988 zum 750jährigen Bestehen von Eilendorf einen großen historischen Festzug abzuhalten. Die Schützen nahmen selbstverständlich daran teil. Gleichzeitig feierten die Sebastianer das Bezirksschützenfest des Bezirksverband Stolberg. Die Stolberger Schützenvereine kamen nach Eilendorf, um ebenfalls das große Jubiläum zu feiern. Aus diesem Anlaß wurde ein Jubiläumsfestkönig geschossen. Josef Maintz von den St. Hubertus Schützen aus Büsbach war der glückliche Sieger und erhielt eine schöne Kette mit Medaille.

Auf dem abendlichen Schützenball im Festzelt war dann das Staunen groß, als eine Abordnung der Bürgerschützengesellschaft Kornelimünster den Eilendorfer Schützen eine längst verloren geglaubte Plakette aus der alten Königskette wiederbrachte. Die Schützen aus Kornelimünster waren schon lange im Besitz dieser Plakette. Leider konnten sie diese Plakette nie zuordnen. Auf dieser Plakette steht nur der Name des Königs und das Jahr. Weiterhin zieren die Plakette drei eingravierte Nadeln, was soviel bedeutet, dass der Besitzer wohl ein Nadler war. Die Schützen aus Kornelimünster hatte bei Recherchen zu ihrem Jubiläumsfest in einer Festschrift der Eilendorfer Schützen, das Abbild dieser Medaille gesehen. Dies war der Anlaß diese alte Königsmedaille an ihren alten Ort zurückzubringen.

1989 fand der erste Weihnachtsmarkt in Eilendorf statt. Die Schützen tauschten ihre Uniform mit einer Schürze und bewirteten die Besucher mit einem Grillstand.

Zur Generalversammlung am 17. Januar 1990 trat der General Leo Reinhart von seinem Amt als Brudermeister zurück. Nach 27jähriger Tätigkeit als Kassierer trat ebenfalls Hans Hahnbück als Kassierer zurück. Hans-Jürgen Förster wurde zum neuen Brudermeister und Hans Reinart zum neuen Kassierer gewählt. Der neue Brudermeister behielt den Schriftführer Josef Förster weiter im Amt.

Am 20. Januar 1990 wurden die Herren Heinz Kind, Hubert Beckers und Leo Frings zu Ehrenmitgliedern der Bruderschaft ernannt.

Am 6. Mai des gleichen Jahres feierte der Bezirksverband Stolberg den Diözesanjungschützentag. Auch hier waren die Schützen mit einem Grillstand vertreten.

Hans Busch, langjähriger kommandierender Hauptmann der Bruderschaft, wurde am Sebastianustag, den 20. Januar 1991 zum kommandierenden Oberst der Bruderschaft ernannt. Er bestimmte Heinz Hecker zu seinem Adjutanten.

Am 4. Februar 1991 beschließt die Bruderschaft während einer Versammlung das Pfingstschützenfest nicht mehr in den Anlagen des Vereinslokales Geulen zu feiern. Das Pfingstschützenfest wird ab diesem Jahr am Pfarrheim im der Marienstraße gefeiert. Nach über 100 Jahr verließen die Schützen ihr Vereinslokal Geulen. Neues Vereinslokal wurde die Gaststätte “Zum Pümpchen”, Inh. Hans. Olbertz, Mitglied der Bruderschaft.

Zu einer Familienfahrt traf man sich am 29. September 1991. Die Fahrt ging zum Wuppertaler Zoo. Vorher fuhr die Schützenfamilie im Kaiserwagen der Wuppertaler Schwebebahn.

Am 17. Januar 1992 wurde das letzte Protokoll aus dem am 21. Januar 1923 angefangenen, alten Protokollbuch, durch den Geschäftsführer Ralf Peters, vorgelesen. Die letzte Seite war beschrieben. Dieses Buch spiegelt fast einhundert Jahre Vereinsgeschichte wider. Selbstverständlich wurde ein neues Protokollbuch angelegt. Die Protokolle der Monatsversammlungen werden handschriftlich in dieses Buch eingetragen.

Während der Sebastianusfeier am 20. Januar 1992 wurde Herr Karl Kleinen für seine 40jährige Mitgliedschaft als inaktives Mitglied geehrt.

Pfingsten 1993 hatte Erich Rohnen die Möglichkeit nach 1991 und 1992 zum dritten Mal König zu werden. Dies bedeutete „König oder Kaiser“. Leider hatte er nicht das Glück. König wurde Hans-Jürgen Förster.

Pfingsten 1994 wird Hans Reinart König. Als Sieger im Wettbewerb um die Bezirkskönigswürde qualifizierte er sich für die Teilnahme an das Bundeskönigschießen in Münster.

Nachdem seit einigen Jahren nun das Pfingstfest auf dem Pfarrhof von St. Severin gefeiert wurde, entschloss man sich zu Pfingsten 1995 ein Zelt zum Schützenfest aufzubauen. Welch ein Glück! Das Wetter an diesem Pfingstwochenende war nicht vom besten. So hatte es sich schon daher gelohnt ein Zelt aufzustellen. Aber auch von der Bevölkerung wurde das kleine Zelt sehr gut angenommen. Der Brudermeister, Hans-Jürgen Förster, begrüße die Gäste im “Wohnzimmer” der St. Sebastianus Schützen. Mit dem 347. Schuss holte Herbert Förster den Vogel von der Stange. Er löste Hans Reinart als König ab. Kai Zinken wurde mit dem 148. Schuss Prinz der Bruderschaft.

Am 29. September 1995 tauschten die Schützen wieder mal ihre Uniform mit der Fußballtracht. Zu einem Freundschaftsspiel hatte die Alt-Herren-Mannschaft des SC Nirm 1928 eingeladen. Hier stellte man wieder einmal fest, Schuster bleib bei deinen Leisten, Die Schützen verloren 4:1. In der dritten Halbzeit waren sie dann besser, Lange feierte man im Vereinshaus der Nirmer Fußballer.

Schon 1933 und 1959 pilgerten die Schützen zum Heiligen Rock nach Trier. Im April des Jahres 1996, beging die Bruderschaft die dritte Heilig-Rock-Wallfahrt, in diesem Jahrhundert, nach Trier. Fast die ganze Bruderschaft beteiligte sich an diese zweitätige Wallfahrt.

Im Juli 1996 trat unsere Bruderschaft dem “Rheinischen Schützenbund e.V. 1872” (RSB) bei. Die schießsportlichen Aktivitäten sind in diesem Verband vielfältiger. Besonders ist hier die Jugendförderung zu erwähnen. Unsere Schießsportfreunde haben direkt vollen Einstieg gefunden und konnten auf den Meisterschaften schon beachtliche Erfolge erzielen.

Beim Bezirkskönigschießen am 21. Juni 1996 wurde unser König Hans-Jürgen Förster neuer Bezirkskönig des Bezirksverbandes Stolberg. Mit 28 Ringen war er an diesem Tag der beste.

Das Königspaar Cornelia und Hans-Jürgen Förster fuhren mit ihrer Bruderschaft am Sonntag, den 8. September 1996 zum internationalen Schützenfest in Schimmert/Holland. Der große Festzug durch den Ort begann nach der Begrüßung durch den Bürgermeister von Schimmert. In einem Festlichen Rahmen wurden die Deutsche, die Belgische und die Holländische Nationalhymne intoniert. Nach einem schönen Festzug durch den Ort, begann das Mannschaftsschießen mit der “dicken Büchse”. Die erste Mannschaft, mit den Schützen H.-J. Förster, Hans Reinart, Herbert Förster und Willi Hansen, belegte den vierten Platz. Die zweite Mannschaft mit den Schützen Margot Derichs, Ludwig Derichs, Marie-Luise Hansen und Jaques Beyoum belegte den fünften Platz. Die Königin Cornelia Förster errang den 1.Preis, als schönste Königin und Jaques Beyoum den 1. Platz als bester Fahnenträger.

Ende 1996 beschlossen die Schützen eine neue Vereinsfahne anzuschaffen. Die alte Fahne aus dem Jahre 1962, hatte in den 34 Jahren arg gelitten. Zuerst wollte man die alte Fahne aus dem Jahre 1873 restaurieren. Jedoch nach Auskunft von Fachleuten sei dies nicht lohnend. Die neue Fahne sollte nach dem gleichen Muster wie die alte Fahne erstellt werden. Auf der Rückseite (grüne Seite) wurde unsere Pfarrkirche eingestickt. Die Vorderseite ist genauso gestaltet wie die Fahne aus dem Jahre 1873. Zu Pfingsten 1997 wurde die Fahne dann von unserem Präses Peter Pütz während des Hochamtes in der Pfarrkirche geweiht. Anschließend wurde, allen voran die neue Fahne, ein kleiner Festzug zum Festzelt auf dem Schulhof am Vereinsheim abgehalten. Das Pfingstfest wurde in diesem Jahr in einem größeren Zelt gefeiert. Während des anschließenden Matinees wurde die Fahne der Bevölkerung vorgestellt. Natürlich waren alle Freunde und Gönner eingeladen, die unsere Bruderschaft beim Kauf der neuen Fahne unterstützt hatten.

Im Oktober 1997 startete unsere Bruderschaft ein Herbstschießsportturnier. Diese Veranstaltung ging über eine Woche. Viele Vereine aus Nah und Fern, z.B. Rheinbach oder St. Vith (Belgien), kamen zu den schießsportlichen Wettkämpfen. Hier machte sich schon wieder die Mitgliedschaft im RSB bezahlt. Die meisten Teilnehmer kamen aus dem Bereich des RSB.

Im Jahr 1998 war der Weg zum Bundesschützenfest nicht weit. Die Stadt Düren war der Ausrichter. Der Bezirksverband Stolberg hatte sich entschlossen gemeinsam mit allen Vereinen des Bezirkes an diesem großartigen Fest teilzunehmen. So wurde die Fahrt dahin auch gemeinsam gestaltet. Ein Bus transportierte die Teilnehmer des Bezirkes nach Düren.

Auch in diesem Jahr wurde im Oktober ein Herbstschießsportturnier abgehalten. Die Teilnehmerzahl wurde größer als im Vorjahr, so daß man zufrieden sein konnte.

Das Jahr 1999 begann für die Schützen mit der Sebastianusfeier. In althergebrachter Art und Weise besuchte man die Abendmesse am 20. Januar in St. Severin. Anschließend traf man sich im Vereinsheim, wo die neuen Scheibenprinzen und der neue Scheibenkönig geehrt wurden.

Eine stattliche Anzahl unserer Schützen nahm an den Meisterschaften des Bezirksverbandes Stolberg und des Rheinischen Schützenbundes teil.

Das Pfingstschützenfest war wieder der Höhepunkt im Vereinsjahr. Ein schöner Festzug zog durch den Ort, bevor es zum Königsvogelschuss ging. Hier hatte Frank Kuntz wie im Vorjahr wieder die Nase vorn. Mit einem wohl gezielten Schuss holte er zum zweiten Mal den Vogel von der Stange. Neuer Dorfkönig wurde Mike Jansen am Pfingstmontag.

Beim Pokalschießen der Ehrenmitglieder, im Mai des Jahres, gewann Wilhelm Schroeder den Pokal.

Im August 1999 führte unser Ehrenmitglied, Hubert Beckers die Schützen zu einem Heimatkundlichen Rundgang durch Eilendorf. Die Schützen waren erstaunt, wie viel man über ihre Heimat erfahren konnten. Hubert Beckers stand jede Frage und Antwort. Die hungrigen Wanderer trafen sich anschließend auf der Grillwiese unseres Generals zu einem gemütlichen Beisammensein.

Im September 1999 fuhr unsere Bruderschaft mit ihrem König Frank Kuntz zum Bundesfest nach Mayen in der Eifel. Eine gemeinsame Fahrt im Bus machte die Reise angenehm. Nach einem schönen Festzug am Sonntag, erlebte man noch einige schöne Stunden bei zünftiger Blasmusik in der Festhalle.

Im Oktober fand das 3. Herbstschießsportturnier statt. Die Beteiligung ließ zu Wünschen übrig. Man war sich einig, im nächsten Jahr muß das besser werden.

Anfang November nahm unser König, Frank Kuntz am Bezirkskönigschießen des Rheinischen Schützenbundes teil. Mit dem besten Teiler, d.h. die beste 10 wurde er Bezirkskönig des Bezirks 06 im Rheinischen Schützenbund.

Im Jahr 1999 wurde das Schroederpokalschießen in einem anderen Modus durchgeführt. Zum ersten Mal wurde der Pokal auf einem Holzvogel ausgeschossen. Unser Brudermeister, Hans-Jürgen Förster war der glückliche Gewinner.

Das Jahr 2000 hat angefangen, was werden wir am Anfang des neuen Jahrtausends erleben.
Nun ja der Januar begann genauso wie 1999, also im neuen Jahrtausend gibt’s nichts neues.

Der 20. Januar war wieder der Start ins neue Jahr. Zum Sebastianusfest traf man sich in der Pfarrkirche. Anschließend ging der Abend im Vereinsheim mit einem gemütlichen Beisammensein weiter. Hier wurden die Scheibenprinzen geehrt. Jugendscheibenprinz wurde Torsten Rehfisch. Schülerscheibenprinzessin wurde seine Schwester, Melanie Rehfisch. Neuer Scheibenkönig wurde Hans Reinart. Kai Zinken und Margot Derichs wurden für besondere Verdienste um die Bruderschaft mit dem silbernen Verdienstkreuz ausgezeichnet. Norbert Lauter und Frank Kuntz erhielten für ihre 25jährige Mitgliedschaft im Bund der Historischen Schützenbruderschaften ein Abzeichen des Verbandes.

Am 9. April 2000 fuhr Frank Kuntz nach Essen zum Landeskönigschießen. Er belegt einen guten Platz unter den Ersten.

Das Schießen der Ehrenmitglieder fand am 30. Mai 2000 statt. In einer lustigen Runde schossen unsere Ehrenmitglieder einen Pokal aus. Walter Koenig schoss den Vogel von der Stange.

Am 4. Juni 2000 besuchten wir das 300jährige Jubiläum der Katharina Schützen in Aachen-Forst.

Eine Woche später folgte dann unser Pfingstschützenfest. Ein schöner Festzug am Pfingstsonntag lockte viele Bürger auf den Festplatz. Ein buntes Treiben begann auf dem Platz. Unsere Jugend hatte sich gut ins Zeug gelegt, um die jungen Gäste zu unterhalten. Frank Kuntz hatte die Chance die Königswürde zum dritten Mal zu erringen, er wäre damit der zweite Kaiser, nach Jaques Steinrath der im Jahre 1807, 1808 und 1809 König und erster Kaiser der Bruderschaft wurde. Aber leider hatte er kein Glück, Ludwig Derichs holte den Vogel von der Stange und wurde neuer König. Er wurde am Abend, zusammen mit der neuen Prinzessin Stefanie Glund, proklamiert. Dabei erhielt der neue König den ersten Teil der neu festgelegten Summe des Königsgehaltes.

Der Diözesanjungschützentag fand am Wochenende vom 7.- bis zum 9. Juli 2000 statt. Torsten Rehfisch qualifizierte sich beim Diözesanprinzenschießen für das Bundesprinzenschießen in Erkelenz. Sonntags nahmen wir im strömenden Regen am Festzug teil.

Ende August war das Stadtkönigschießen. Unser König Ludwig Derichs holte auch hier den Vogel von der Stange und wurde Stadtkönig. Aber nicht nur Ludwig war erfolgreich, auch die Teilnehmer an dem Preisschießen taten ihr übriges. So konnte man am Abend einen stattlichen Geldbetrag als Gewinn mit nach Hause nehmen.

Am 16. und 17. September 2000 war das Bundesfest in Erkelenz. Die Erkelenzer Schützen hatten ein großes Schützenfest aufgezogen, leider waren die beiden Festtage stark verregnet, was uns jedoch nicht davon abhielt, nach Erkelenz zu fahren. Leider hatte unser Torsten Rehfisch weniger Glück, so dass sich eine andere Bruderschaft über Ihren neuen Bundesprinz freuen konnte.

Ludwig Derichs nahm am 3. Oktober am Bezirkskönigschießen teil er belegte einen Platz im Mittelfeld.

In der Woche vom 17. – 21. Oktober 2000 fand unser Herbstschießsportturnier statt. Die Beteiligung war in diesem Jahr wieder besser.

Am ersten Novemberwochenende nahm unser Königspaar, Ludwig und Margot Derichs an einer Pilgerfahrt, zum Heiligen Jahr, nach Rom teil. Stellvertretend für unsere Bruderschaft erhielten sie während einer Generalaudienz bei Papst Johannes Paul II. das ANNO SANTO Kreuz 2000 in Empfang.

Dieses ANNO SANTO Kreuz 2000 war dann am 20. Januar 2001 Mittelpunkt der Sebastianusfeier, die wieder den Anfang den neuen Schützenjahres bedeutete. Während der feierlichen Messe zum Namenstag unseres Patrons., des hl. Sebastianus. Unser Präses Dechant Peter Pütz führte das Kreuz bei der Messe offiziell in unsere Bruderschaft ein. Dieses Kreuz ist das dritte Anno Santo Kreuz nach 1933 und 1950. Ebenfalls wurden wieder der neue Scheibenkönig und die neuen Scheibenprinzen geehrt.

Neuer Scheibenkönig wurde Werner Wilms. Neuer Jugendscheibenprinz wurde Torsten Rehfisch. Neue Schülerscheibenprinzessin wurde Melanie Rehfisch.

Beim Bezirkskönigschießen des Bezirk 06 des Rheinischen Schützenbundes belegte Hans-Jürgen Förster, nachdem er das Ausscheidungsschießen im Verein gewonnen hatte, im März den zweiten Platz. Im Monat April 2001 nahm er stellvertretend für den erstplatzierten des Bezirkskönigsschießen Michael Müller von PSV Linnich, am Landeskönigschießen in Frechen teil. Mit einem guten Teiler belegte er den 7. Platz.

Pfingsten 2001 war wieder ein so recht gelungenes Schützenfest.

Am Pfingstsamstag eröffnete der Zapfenstreich durch den Ort wieder das Schützenfest. Nach dem Kirchgang am Sonntagmorgen schossen die Jungschützen ihren Prinz aus. Glücklicher Sieger wurde René Reinhardt. Mit einem gut gezielten Schuss holte er den Vogel von der Stange. Vor dem Festzug nahm unser König Ludwig Derichs den zum Abmarsch bereitstehenden Festzug ab. Mit klingendem Spiel und unter Begleitung des Eilendorfer Jungenspieles zog der Festzug durch die Straßen.

Anschließend wurde es dann wieder spannend. Hatte man doch vor dem Schützenfest die Schießordnung zum Königsvogelschuss geändert. Es gibt ab sofort kein Schießkomitee mehr. Jeder Schütze muß seine Schüsse selbst tätigen. Jeder anwesende Schütze muss an der ersten Schießrunde teilnehmen, dann kann er sich auf der Schießliste streichen lassen. Nach einigen hundert Schüssen holte Hans-Jürgen Förster den Vogel von der Stange.

Am Pfingstmontag hatte der neue König zum Frühstück eingeladen. Beim anschließenden Dorfkönigschießen wurde Uwe Göbbels neuer Dorfkönig.

14 Tage später fand das Jubiläumsschützenfest der St. Apollonia Schützenbruderschaft statt. Die befreundete Eilendorfer Bruderschaft feierte ihr 75jähriges bestehen. Sonntags fand ein großer Festzug statt, den die Eilendorfer Bürger so schnell nicht vergessen werden. Hieran nahmen wir selbstverständlich gerne teil.

Neben den Besuchen bei den St. Sebastianus Schützen Stolberg-Atsch und St. Heinrich Münsterbusch nahmen wir im September am Bundesfest in Emmerich, am Niederrhein, teil.

Mit 20 Personen fuhren die Schützen im September zum Bundesfest. Ein ganz besonderes Ereignis war, als unser Bundespräses Dr. Heiner Koch und unser Hochmeister Hubertus Prinz zu Sayn-Wittgenstein ihre Unterschrift unter einer neu angelegten Urkunde im goldenen Buch der Bruderschaft setzten. Diese Urkunde wurde angelegt zum Andenken an das Heilige Jahr, in dem Ludwig und Margot Derichs für unsere Bruderschaft das Anno Santo Kreuz empfangen haben.

Beim Bezirkskönigschießen 2001 belegte unser König Hans-Jürgen Förster mit 27 Ringen den 2. Platz. Dieter Schmidt, König der St. Heinrich Schützenbruderschaft Münsterbusch, wurde mit 29 Ringen Bezirkskönig. Da er innerhalb der letzten 5 Jahren schon einmal am Bundeskönigschießen teilgenommen hatte, war es ihm nicht erlaubt am kommenden Bundesschießen teilzunehmen. So konnte Hans-Jürgen Förster sich freuen als Zweitplazierter zum Bundesfest in Paderborn-Delbrück fahren zu dürfen.

An der am 3. Dezember 2001 stattgefundenen Diakon Weihe von Klaus Wolf nahmen unsere Schützen teil. Die teilnehmenden Schützen übernahmen den Ordnungsdienst vor der Messe. Am großen Einzug der teilnehmenden Geistlichen nahm unserer Fahnenträger Jaques Beyoum teil. Leo Lauter trug allen voran das Vortragskreuz. Das Printenschießen mit den Schützen und den Freunden der Bruderschaft bildete den Abschluss den Schützenjahres.

Wie gewohnt begann das neue Jahr mit der 1. Generalversammlung an 14. Januar 2002. Die 4 Jahre Amtszeit des Vorstandes waren wieder vorbei, sodaß die Neuwahl des geschäftsführenden Vortandes wieder anstand. Die zu vergebenden Posten blieben bei ihren alten Inhabern: 1.Brudermeister wurde Hans-Jürgen Förster, Geschäftsführer Herbert Förster und Kassierer Hans Reinart.

Der erste öffentliche Auftritt im Jahr, ist dann beim Sebastianusfest am 20. Januar.

Nach dem Besuch des Hochamtes in der Pfarrkirche, wurden bei der weltlichen Feier im Vereinsheim folgende Ehrungen durchgeführt. Scheibenkönig wurde Hans Reinart, Scheibenprinzessin wurde Melanie Rehfisch und Scheibenschülerprinz wurde Daniel Reinhardt.

In diesem Jahr war unsere Bruderschaft Ausrichter des Bezirksschützenfestes. Die nahmen sich die Schützenbrüder zum Anlaß am Pfingstwochenende ein Zeltfest abzuhalten. Das Bezirksfest brachte einige Änderungen zum normalen Ablauf den Pfingstschützenfestes mit sich. Der Zapfenstreich ging schon freitags durch den Ort. Pfingstsamstag wurde der neue Schützenkönig ermittelt. Hier bei wurde Matthias Koenig mit dem 25. Schuß neuer König unserer Bruderschaft. Mit 18 Jahren ist er der jüngste König unsere Bruderschaft. Pfingstsonntagmorgen errang Daniel Reinhardt die Prinzenwürde mit dem 158. Schuß.

Am 26.Mai 2002 besuchten die Schützen das 400. Jubelfest der Laurensberger St. Laurentius Schützen. Unsere Bruderschaft nahm an dem großen Festzug teil.

Das Kirmeswochenende, 31. bis 2. Juni 2002 stand wieder ganz im Zeichen des Jungenspiels und der St. Apollonia Schützenbruderschaft. Hier waren die Sebastianer an den Festtagen wieder gut vertreten.

Weiterhin wurden die Schützenfeste in Atsch, Münsterbusch und Stolberg besucht.

Am 14. und 15. September 2002 fand das Bundesschützenfest statt. Hans-Jürgen Förster durfte als Zweitplazierter des Bezirkskönigschießens am Bundeskönigschießen teilnehmen. 18 Schützenbrüder und Schützenschwestern begleiteten ihn zu diesem Fest. Sein Bruder, Herbert Förster begleitete ihn zum Schießstand. Er hatte auf diesem Gebiet ja genug Erfahrung, da er ja schon 1977, ebenfalls in Paderborn, Diözesankönig wurde. Aber jedes Schießen ist anders. Hans-Jürgen Förster hatte kein Glück beim Probeschießen. Das lies auf nichts Gutes hoffen. Das Warten auf die Bekanntgabe der Sieger wurde zur Tortur. Um 17.00 Uhr war es dann soweit. Unser Hochmeister Hubertus Prinz zu Sayn-Wittgenstein gab die Sieger bekannt. Als letzte Diözese wurde die Aachener bekanntgegeben. „Der neue Diözesankönig der Diözese Aachen kommt aus dem Bezirksverband Stolberg……“ weiteres hat niemand mehr vernommen, denn das bedeutete, Hans-Jürgen Förster war neuer Diözesankönig der Diözese Aachen geworden. Das Freudengeschrei war groß, benommen nahm er die Gratulationen seiner Schützenfamilie entgegen, bevor er dann mit seiner Frau Cornelia zur Bühne ging. Der folgende Tag wird er wohl so schnell nicht mehr vergessen. Bei dem Pontifikalamt im Delbrücker Sportstadion nahm er die Diözesankönigskette entgegen.

Cornelia und Hans-Jürgen Förster beim Festzug in Delbrück

In einer Kutsche durfte er dann mit seiner Frau an dem folgenden großen Festzug teilnehmen. Im späten Nachmittag traten die Schützen dann die Heimfahrt an. Nicht schlecht staunte Hans-Jürgen Förster bei seiner Ankunft in Eilendorf. Zu seinem Empfang waren unsere Bruderschaft und einige befreundete Vereine sowie Vertreter aus der Politik und der Bezirksvertretung anwesend. Der 2. Brudermeister, Leo Lauter, begrüßte den frisch gebackenen Diözesankönig und gratulierte ihm im Namen der Bruderschaft auf das herzlichste und bat dann die Anwesenden zu einem Umtrunk in das Vereinsheim.

Am 22. September 2002 fand die Primizfeier von Dr. Klaus Wolf statt. Unsere Bruderschaft verrichtete bei dieser Feier den Ordnungsdienst in der Kirche. Pfarrer Dr. Klaus Wolf ist nun Kaplan in Aachen-Burtscheid.

Vom 29. Oktober bis zum 2. November 2002 fand das 6. Internationale Herbstschießsportturnier statt. Der Anzahl der Teilnehmer hatte sich gegenüber dem Vorjahr wieder gebessert, so daß man zuversichtlich in die Zukunft schauen kann.

Am 8. November 2002 fand das erste offizielle Fest des neuen Diözesankönigs statt. Die Bruderschaft hatte die Bezirksverbände der Diözese Aachen zur Standartenübergabe eingeladen. Die Pfarrkirche St. Severin füllte sich bis auf den letzten Platz. Fast vierzig Fahnen und Standarten bildeten einen großen Kreis um den Altar. Gleich vier Geistliche zelebrierten die hl. Messe. Diözesanpräses Hans Schmitz, Diözesanehrenpräses Hans Stemes, unser Präses Pastor Peter Pütz, und Pfarrer Peter Harperscheid. Mit großem Geleit zogen die Herren zum Altar, hier wurde während der Messe, die Diözesanstandarte durch den Diözesanbundesmeister Heinzgerd Dewies an unsere Bruderschaft übergeben. Anschließend hatte der Bezirksvorsteher Herbert Dondorf die ganze Festgesellschaft in das Bezirksamt eingeladen. Das Haus schien aus den Nähten zu platzen, so viele Gäste fanden sich nach dem Festzug ein. Leider hatte das Wetter keine Einsicht mit den Schützen. Ein starker Sturm knickte so manchen Schirm, so daß die Schützen froh waren trockenen Fußes das Bezirksamt zu erreichen. In seiner Ansprache begrüßt der Bezirksvorsteher die Gäste auf das herzlichste. „Lieber Hans-Jürgen, du bist nur durch Leistung Diözesankönig geworden“, meinte Herbert Dondorf. Er würdigte danach ausgiebig die Schützenbruderschaften, die altes Brauchtum erhalten würden. „Dieses Brauchtum ist uns Verpflichtung, weil es unsere Geschichte maßgeblich geprägt hat“, mahnte er. Man müsse glücklich sein, dass dieses bürgerliche Brauchtum mit Glanz und Stolz gepflegt werde. Die Eilendorfer St. Sebastianus Schützen bildeten ein Band, auf das alle Eilendorfer stolz seien, denn es zeuge von Heimatgefühl, Herkunft und Identität.

Den krönenden Abschluss bildete dann der Große Zapfenstreich, der leider des starken Sturmes wegen im Sitzungssaal des Bezirksamtes durch den Instrumental Verein und das Trommler- und Pfeifer Corps vorgeführt wurde. Alle Beteiligten waren sich an diesem Abend einig, so ein schönes Fest haben wir schob lange nicht mehr gefeiert.

Ende April, genauer gesagt, vom 27. April bis zum 4. Mai 2003 fand die Jubiläumsromfahrt des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften statt. Unser Diözesankönigspaar nahm in Begleitung von Herbert und Jutta Förster, Hans und Gisela Reinart und Walter Koenig, an dieser Jubiläumswallfahrt teil.

Die vom Bund hervorragend organisierte Wallfahrt wird den Teilnehmern unvergesslich bleiben. Wer schon einmal in Rom war, weiß wovon die Teilnehmer träumen. Einer der Höhepunkte war die Generalaudienz bei Papst Johannes Paul II. auf dem Petersplatz. Eine Marienvesper und das Pontifikalamt im Petersdom mit dem Erzbischof Johannes Kardinal Meissner zählte weiter zu den Erlebnissen. Zum 25jährigen Jubiläum des Pontifikats unseres heiligen Vaters intonierten zwei mitgereiste Musikkapellen den Großen Zapfenstreich auf dem Petersplatz, dem ein Festzug von der Engelsburg über die Via Concelliazione vorausging.

Vom 25. Juli bis zum 27. Juli 2003 feierten wird das Diözesanschützenfest zu Ehren unseres Diözesankönigs und Brudermeisters Hans-Jürgen Förster und seiner Gattin Cornelia. Ein Schützenwochenende wie es Eilendorf schon lange nicht mehr gesehen hatte. Das Wetter ließ auch hier nicht Gutes hoffen. Der Freitag und Samstag noch im strömenden Regen. Jedoch der Sonntag ließ alles Schlechte wieder vergessen. Schon morgens deutete sich an dies ist ein schöner Tag zum Feiern.

Im August 2003 fuhr das Diözesankönigspaar, unter der Begleitung von Josef und Helga Koch, Herbert Förster und Wolfgang Maaßen, zum Europakönigschießen nach Vöcklabruck in Oberösterreich. In der Vorrunde qualifizierte sich unser Diözesankönig für die Endrunde. Mit 24 weiteren Königen schoß Hans-Jürgen Förster dann um die Würde des Europakönigs. Leider hatte er hier kein Glück. Die Königswürde ging nach Polen.

Am 20. Januar 2004 fand unser Patronatsfest statt. Während der Messe bedankte sich unser Brudermeister bei Jaques Beyoum, denn er hatte das Amt des Fähnrichs niedergelegt. Feierlich übergab der Brudermeister dem neuen Fähnrich, Frank Kuntz, die Fahne der Bruderschaft. Er solle genau so sorgfältig und umsichtig die Fahne tragen wie es sein Vorgänger, Hans Busch, 25 Jahre getan hat. Bei der Jahreshauptversammlung wurde Ralf Peters zum neuen kommandierenden Hauptmann der Bruderschaft gewählt.

Pfingsten 2007 wurde unser Schützenbruder Hans Reinart König. Ebenfalls wurde er Bezirkskönig, das dazu führte, daß Hans Reinart 2007 in Ahrweiler am Bundkönigschießen teilnehmen konnte. Eine stattliche Anzahl von Mitgliedern der Schützenfamilie begleitete ihn. In voller Erwartung standen sie um den Schützenbruder herum, als der Hochmeister des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, Hubertus Prinz zu Seyn-Wittgenstein die Sieger in den Wettbewerben um den Bundeskönigstitel und den Diözesankönigstiteln bekanntgab. Für unsere Diözese Aachen wurde bekanntgeben, „Sieger mit 28 Ringen, Hans Reinart.“ Eine riesige Freude machte sich in der Runde breit.

Stolz nahm Hans Reinart dann am kommenden Morgen die Diözesankönigskette vom Bundesschützenmeister Heinzgerd Dewies in Empfang.

2008 beendete unser Präses und Pastor von St. Severin, Peter Pütz, seine Zeit als Seelsorger unserer Gemeinde. 34 Jahre lang war er Präses unserer Bruderschaft.

Die Einführung des neuen Pastors ließ nicht lange auf sich warten Anfang März wurde Pastor Gregor Huben in sein Amt hier in Eilendorf eingeführt. Dies bedeutete, Pastor Gregor Huben ist der neue Präses der Bruderschaft.

Im Juli 2008 feierten wir das Diözesanschützenfest, zu Ehren unseres Diözesankönigs Hans Reinart. In gleicher Manier wie 2003 wurde dieses Fest gefeiert. Ein ellenlanger Festzug schlängelte sich durch Eilendorf. Im Festzelt und auf dem Festplatz war ein reges Treiben. Viele befreundete Vereine aus nah und fern besuchten unser Fest, um dem Diözesankönigspaar zu gratulieren.

„Nach dem Fest ist vor dem Fest“, so hieß unsere Devise. Im Herbst des Jahres 2008 begannen die Vorbereitungen zum 700jährigen Bestehen unserer Schützenbruderschaft. Viele Urkunden und Schriftstücke waren auszuwerten, um Aussagen über die vergangenen Jahrhunderte machen zu können.

Die Bundesschüler-Prinzessin Anna Lena Kasten, aus Weiden bei Würselen, hatte zum 26. April 2009 zu einem Festzug mit vorheriger Festmesse eingeladen. Natürlich nahmen wir gerne daran teil. Am 24. Mai 2009 fuhren wir mit einem Bus zum Bundesköniginnentag nach Kerpen.

Da es im Jahr 2008 nach dem Schützenfest, mit einem Anwohner neben dem Pfarrheim Schwierigkeiten in Bezug unserer Schießrichtung gab, mußten wir Wohl oder Übel über einen Standortwechsel nachdenken. Mit gemischten Gefühlen entschlossen wir uns, unser Schützenfest auf dem Hof, hinter dem Vereinshaus, zu feiern. Unsere größte Sorge war, daß uns dort niemand mehr finden würde, aber genau das Gegenteil war der Fall, mehr Besucher als in den letzten Jahren fanden den Weg zu uns, wobei natürlich auch das fantastische Wetter eine große Rolle spielte. Jörg Langohr, vom Trommler und Pfeiferkorps, wurde Dorfkönig. Pfingstsonntagmorgen traf man zum Gruppenfoto und im Anschluß daran gingen wir zur Kirche, wo unser Präses Pastor Gregor Huben, eine kurzweilige Messe zelebrierte. Vor dem Schlußsegen wurde unser Brudermeister Hans-Jürgen Förster das St. Sebastianus Ehrenkreuz verliehen.  Kai Zinken wurde zum König proklamiert und danach wurde Leo Lauter für seine 50 jährige Mitgliedschaft und langjährige aktiven Vorstandsarbeit geehrt.

Einen Höhepunkt im laufenden Jahr bildete das Diözesanschützenfest der St. Apollonia Schützenbruderschaft, an dem wir selbst beteiligt waren. Schützenbruder Sigmund Walczak hat unseren Schützenbruder Hans Reinart beim Bundesfest 2008 in Beverungen abgelöst. Zum Festabend übernahmen wir die Zeltbewirtung. Wie bei uns nicht anders zu erwarten, erschienen wir zahlreich und bescherten so der Apollonia für diesen Abend einen guten Umsatz. Trotz der vielen Arbeit hatten wir reichlich Spaß dabei, da wir selbst reichlich zur Umsatzsteigerung beigetragen haben.

Das Wochenende vom 29.- 30.August 2009 mußten wir uns notgedrungen teilen, da an diesem Wochenende das Europakönigschießen, das Pfarrfest und der Festzug in Ruhrdorf anstanden. Zu den geforderten 6 Personen inklusive König und Fahnenabordnung, fuhren wir mit 7 Schützen zum Europakönigschießen in Kinroi.

Am 20. Januar 2010 begann offiziell das Jubiläumsjahr 2010. 700 Jahre St. Sebastianus Schützenbruderschaft. Mit vielen Ehrengästen feierte man den Einstieg in dieses wohl turbulente Jahr.

Am Pfingstsonntag 2010 wurde Kai Zinken Jubiläumskönig.